“Alternativer Spatenstich”: Grünen-MdL Rosi Steinberger startet Kampagne für die “Opfer der 2. Stammstrecke München”

“Alternativer Spatenstich”: Grünen-MdL Rosi Steinberger startet Kampagne für die “Opfer der 2. Stammstrecke München”

“Bayerns CSU-Regierung feiert an diesem Mittwoch und Donnerstag den Spatenstich für eines der teuersten Nahverkehrsprojekte in der Geschichte Bayerns”, stellen die Grünen in einer Pressemitteilung fest. In München entstehe für knapp 4 Milliarden Euro ein zweiter S-Bahn-Tunnel. Über 90 Prozent der Kosten würden dabei entweder direkt vom Freistaat Bayern übernommen oder für den Bund – der die Hälfte der Baukosten schultern soll – über viele Jahre vorfinanziert.

„Ab dem kommenden Jahr können andere wichtige Verkehrsprojekte in Bayern dann nicht mehr finanziert werden“, warnt Grünen-MdL Rosi Steinberger, „denn sowohl die Fördermittel des Bundes für den Schienennahverkehr als auch die freistaatlichen Regionalisierungsmittel werden komplett für die Münchner Stammstrecke benötigt.“ Dies geht aus einer Anfrage des verkehrspolitischen Sprechers der Landtags-Grünen, Markus Ganserer, hervor. Innenstaatssekretär Gerhard Eck spricht darin offiziell von einer „Mittelkonkurrenz“ zwischen der Münchner S-Bahn-Röhre und anderen Nahverkehrsprojekten.

 „Unsere Befürchtungen, dass dieses Megaprojekt den Ausbau des Nahverkehrs in ganz Bayern über Jahre lahmlegen wird, scheinen sich auf schlimme Art zu bestätigen“, so Steinberger. Gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen startet sie parallel zum Münchner Spatenstich deshalb die Kampagne „Alternativer Spatenstich“, mit der auf „vergessene Verkehrsprojekte“ in Bayern hingewiesen werden soll.





Rosi Steinberger weist besonders auf “den notwendigen zweigleisigen Ausbau zwischen Landshut und Plattling” hin. Wann mit dem Projekt begonnen werden könne, stehe in den Sternen, da das Projekt nur als potentieller Bedarf im Bundesverkehrswegeplan 2030 stehe. Da die 63 Kilometer lange Strecke von Anfang an zweigleisig geplant gewesen sei, könnte der Ausbau für 120 Millionen Euro ohne große Probleme realisiert werden. Die wachsenden Pendlerströme und der zunehmende Güterverkehr nach Dingolfing und München wären so besser zu bewältigen.

 (Fotomontage: Grüne)

Kategorien: Aktuell, Politik

Kommentare

  1. Jetzt wird endlich einmal ...
    Jetzt wird endlich einmal ... 7 April, 2017, 10:02

    … eine neue Strecke für den ÖPNV gebaut, um diesen leistungsfähiger und attraktiver zu machen, und dann ist es den Grünen Besserwissern und Volkserziehern wieder nicht recht. Was wäre denn die Alternative gewesen? Dass die Leute frustriert und wütend wieder auf’s Auto umsteigen? Ist es denn es den Grünen denn wirklich lieber, dass man das Autofahren verbietet als dass man auf eine Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV setzt? Oder ist es nur der Provinzchauvinismus einer niederbayerischen Grünen, der den Münchnern in Oberbayern die Stammstrecke nicht gönnt?

    Aber eines muss man den Grünen zugute halten: Sie haben mittlerweile kapiert, dass man jeden Euro, den man ausgeben will, erst einmal haben muss und ihn dann auch nur einmal ausgeben kann. Man darf gespannt sein, wann Frau Steinberger auf die “Opfer der Energiewende” hinweist, wo mehrere Hundert Milliarden Euro versenkt werden, oder auf die “Opfer der offenen Grenzen”, wo 2016/2017 ca. 50 Milliarden Euro verausgabt wurden. Wann sehen wir Frau Steinberger mit lustigem Hütchen und Demo-Werkzeug in der Hand auf entsprechenden Plakaten?

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