Aschermittwoch der Grünen in Landshut: Jubel um Claudia Roth – Katrin Göring-Eckardt: “Wir sind nicht die Umwelt-App von irgendjemandem!”

Aschermittwoch der Grünen in Landshut: Jubel um Claudia Roth – Katrin Göring-Eckardt: “Wir sind nicht die Umwelt-App von irgendjemandem!”

Claudia Roth war der gefühlte Star beim politischen Aschermittwoch der Grünen in Landshut. Mit einer sehr kämpferischen, leidenschaftlichen Rede begeisterte sie die rund 250 Besucher im Bernlochner, ritt verbale Attacken gegen “die Narren im Kreml und im Weißen Haus” und beschwor die Werte der Grünen so eindringlich, dass sie immer wieder von geradezu stürmischem Beifall unterbrochen wurde. Nach ihrer Rede nahm die Bundestags-Vizepräsidentin, ihrerseits beseelt, auf der Bühne den Schlussapplaus des Publikums entgegen (Bild oben).

Was die Resonanz unter den Zuhörern betraf, konnte die eigentliche Hauptrednerin Katrin Göring-Eckardt nicht mithalten. Die Bundestags-Fraktionschefn und Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl am 24. September kündigte ein Wahlergebnis an, das “viel stärker” sein werde als die aktuellen Umfragen vermuten ließen. Eine “Ausschließeritis” bezüglich möglicher Koalitionen nach der Wahl werde es nicht geben, sagte Göring-Eckardt (Bild unten) und fügte selbstbewusst hinzu, dass die Grünen “nicht das Anhängsel oder die Umwelt-App von irgendjemandem” seien.





Göring-Eckardt setzte sich mit der AfD politisch und deren Chefin Frauke Petry auch persönlich auseinander. In Anspielung auf das Privatleben Petrys sagte die Grüne sinngemäß: Dass jemand wie die AfD-Vorsitzende nach ihrer Scheidung künftig in einer Patchwork-Familie mit neun Kindern leben könne, habe nicht zuletzt mit einem gesellschaftlichen Wandel zu tun, der maßgeblich den Grünen zu verdanken sei. Göring-Eckardt an die Adresse Petrys: “Das haben wir gerne für Sie gemacht!”

Harte Worte fand die Grünen-Spitzenkandidatin für den neuen Anti-Terror-Pakt der bayerischen Staatsregierung, der es ermöglichen soll, Gefährder künftig unbegrenzt lange in Präventivhaft zu nehmen. Ob man den Rechtsstaat “verteidigen” oder “verscherbeln” wolle, das sei nun wohl die Frage. Göring-Eckardts klare Antwort: Wer so mit dem Rechtsstaat umgehe wie die CSU, der solle ihn am besten gleich den Feinden der Demokratie “zum Fraß vorwerfen”. Sie forderte die Staatsregierung auf, diese Initiative so schnell wie möglich zurückzunehmen.

Kategorien: Aktuell, Politik

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