“Den Trauernden wieder eine Tür zurück ins Leben öffnen”: Hospizverein Landshut rückt dieses Thema verstärkt in den Mittelpunkt seiner Arbeit

“Den Trauernden wieder eine Tür zurück ins Leben öffnen”: Hospizverein Landshut rückt dieses Thema verstärkt in den Mittelpunkt seiner Arbeit

Trauer und Trauern hat sich der Hospizverein Landshut in diesem Jahr als Thema gewählt. „Ohne angemessene Trauer, können die Menschen den Tod eines geliebten Menschen nur schwer verarbeiten“, erklärt  Kunibert Herzing, Vorstand des Hospizvereins Landshut. „Aber wir haben das Trauern verlernt. Unsere Gesellschaft gestattet es uns nicht mehr, allzu lange über den Tod eines Menschen traurig zu sein. Trauern ist in unserer Gesellschaft zum Tabu-Thema geworden.“

Der Hospizverein (derzeit 500 Mitglieder) sieht deshalb nicht den Tod eines zu Begleitenden als Abschluss seiner Arbeit, sondern er rückt die Trauerarbeit verstärkt in den Mittelpunkt. Sie ist heute fester Bestandteil der Landshuter Hospizarbeit, und auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins stellte der Vorstand die Inhalte des Schwerpunkts seinen Mitgliedern vor: So nimmt die Trauerarbeit heute einen wesentlich größeren Raum in der Ausbildung zur HospizbegleiterIn ein. Ein voller Tag ist dem Thema gewidmet, und ein eigener Arbeitskreis Trauer unter der Leitung von Pia Schneiderbauer, Beauftragte innerhalb des Vorstands für die Trauerarbeit, entwickelt und betreut eine Reihe unterschiedlicher Angebote für Trauernde.

Wie den Anwesenden auf der Mitgliederversammlung erläutert wurde, kann der Verein dank einer stabilen finanziellen Basis diesen neuen Arbeitsbereich personell gut ausstatten: 15 Hospizbegleiter(innen) haben bereits die kleine Basisqualifikation zur „Trauerbegleiterin“ absolviert. Davon starten drei demnächst mit dem Aufbaukurs zur „großen Basisqualifikation“, Pia Schneiderbauer schließt diese, gemäß den Richtlinien des Bundesverbands Trauerbegleitung, im Herbst ab. Die Kosten für diese umfassenden Zertifizierungen trägt größtenteils der Verein.





Wie muss man sich die Trauerarbeit beim Hospizverein Landshut konkret vorstellen? „Wir wollen den Trauernden wieder eine Tür zurück ins Leben öffnen und sie dabei begleiten“, erklärt Pia Schneiderbauer. „Trauer ist in unserer Gesellschaft nicht mehr salonfähig, wir können mit Gefühlen wie ‘traurig sein’ nicht mehr umgehen, jedenfalls nicht über längere Zeit. Da sie kein Verständnis bei anderen finden, vereinsamen Trauernde oft.“

Bekannt ist bereits das monatliche „TrauDich-Café“ unter Leitung von Dorothea von der Heydte. Dort finden Betroffene seit rund zehn Jahren die Möglichkeit des Gesprächs und Gedankenaustauschs mit Gleichgesinnten unter Anleitung erfahrener Begleiter(innen). Neu kommen nun Aktivitäten hinzu wie gemeinsame Frühlingsspaziergänge, Konzert- und Theaterbesuche, Kulturführungen sowie Treffen in der Gruppe oder auch Einzelbegleitungen.

Ab dem Sommer wird  der Hospizverein Landshut im Achdorfer Krankenhaus ein zusätzliches, offenes Treffen für Trauernde anbieten. Der TrauDich-Treff wird ähnlich dem TrauDich-Café monatlich stattfinden und ist ohne Anmeldung zu besuchen. Nähere Infos im Büro des Hospizvereins unter Telefon 66635 oder auf der Homepage www.hospizverein-landshut.de.

(Im Bild: Hans Buck, Gründungsmitglied und viele Jahre als Kassenprüfer für den Verein tätig, wird vom Vorsitzenden Kunibert Herzing für 5 Jahre im Amt des Schatzmeisters geehrt. Herzing dankt ihm besonders dafür, die Finanzen so hervorragend im Griff zu haben)

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

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