Landtag als Mädchen-Parlament: Für das Wahlrecht ab 16, gegen Tierversuche in der Wissenschaft

Landtag als Mädchen-Parlament: Für das Wahlrecht ab 16, gegen Tierversuche in der Wissenschaft

Sieben Mädchen der Vilsbiburger Realschule waren am gestrigen Montag zusammen mit ihrer Lehrerin Silke Schöpf auf Einladung von MdL Ruth Müller Abgeordnete für einen Tag im Bayerischen Landtag. Anlässlich des 50. Geburtstags der Realschule Vilsbiburg hatte die Abgeordnete die Schülerinnen nach München eingeladen.

Beim Planspiel “Mädchenparlament”, das in diesem Jahr zum 10. Mal von der SPD-Landtagsfraktion veranstaltet wurde, schlüpften die 15- bis 18-jährigen Schülerinnen in die Rolle der Politikerin, diskutierten mit zahlreichen Wortmeldungen aktuelle Themen und trafen im Plenum wichtige Entscheidungen. So fand der Antrag für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts ab 16 Jahren eine große Mehrheit. Die Schülerinnen sprachen sich damit dafür aus, die Anliegen von Jugendlichen stärker zu berücksichtigen. Keine Mehrheit fand hingegen der Vorstoß für eine Legalisierung von Cannabis. Nur wenige Stimmen wurden dafür abgegeben, einen staatlich kontrollierten Verkauf der Droge zuzulassen. Mit überwältigender Mehrheit wurden auch Tierversuche in der Wissenschaft abgelehnt.

In sieben Ausschüssen hatten die insgesamt 180 Mädchen zuvor ihre Forderungen in Form von Anträgen formuliert. Dabei zeigte sich, wie interessiert die Schülerinnen waren und wie intensiv sie sich mit den Themen beschäftigt haben. “Es war für mich interessant zu sehen, wie in der Politik gearbeitet wird und live an dem Ort zu sein, an dem die bayerischen Abgeordneten die Entscheidungen treffen“, stellte Corinna Huber fest. Dass Politik ganz konkret etwas mit ihrem Leben zu tun hat, sei eine interessante Erfahrung gewesen, waren sich die Vilsbiburger Realschülerinnen einig. „Für uns war es eine tolle Chance, mit Mädchen aus ganz Bayern und unterschiedlichen Schulen über politische Themen zu diskutieren“, freute sich Kathrin Wittmann über den interessanten ersten Schultag nach den Osterferien. Magdalena Anzinger und Kathrin Wittmann schlüpften in der rund 90-minütigen Plenardebatte in die Rolle der Landtagspräsidentin und hatten die Sitzungsleitung inne, was bei der hitzigen Debatte „Gentechnik auf bayerischen Feldern zulassen oder nicht?“ vollste Konzentration erforderte.





MdL Ruth Müller wertet das Mädchenparlament als wichtigen Beitrag zur politischen Bildung: “In den vergangenen zehn Jahren konnten an die 2.000 Schülerinnen nicht nur den Landtag, sondern auch politische Entscheidungsprozesse kennenlernen.”

Kategorien: Aktuell, Politik

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