Die Landshuter CSU hat einen neuen Chef: Thomas Haslinger mit 72,8 Prozent zum Nachfolger von Helmut Radlmeier gewählt – Rössl, Götzer, Zellner und Kaindl sind Vize

Die Landshuter CSU hat einen neuen Chef: Thomas Haslinger mit 72,8 Prozent zum Nachfolger von Helmut Radlmeier gewählt – Rössl, Götzer, Zellner und Kaindl sind Vize

Thomas Haslinger ist neuer Chef der Landshuter CSU. Auf der Kreisversammlung im Bernlochner wurde der 30-Jährige zum Vorsitzenden und damit zum Nachfolger von MdL Helmut Radlmeier gewählt, der nicht mehr kandidierte. Haslinger (Bildmitte), der einziger Bewerber war, bekam 99 von 136 abgegebenen Stimmen, das entspricht 72,8 Prozent. Zuvor hatte er in seiner Rede sowohl selbstbewusste Ziele für die eigene Partei formuliert als auch verbale Attacken gegen die politische Konkurrenz geritten. Zu den vier Stellvertretern wurden im Paket Traudl Rössl (103 Stimmen), Maximilian Götzer (97), Ludwig Zellner (94) und Dagmar Kaindl (88) gekürt. Schatzmeister ist künftig mit Stefan Zimmermann, dem Chef des städtischen Rechnungsprüfungsamtes, ein echter Experte.

Von Beginn an waren die Christsozialen an diesem Abend darum bemüht, Geschlossenheit und Aufbruchstimmung zu signalisieren. So war es kein Geringerer als der scheidende Kreisvorsitzende Radlmeier selbst, der Haslinger als seinen Nachfolger vorschlug und um „volle Unterstützung“ für den Neuen bat. Haslinger besitze „Führungskraft“, sei „sehr, sehr gut vernetzt“ und bestens geeignet für den Job.

Sodann ging Maxi Götzer ans Rednerpult, eher noch weniger als Radlmeier ein bis dato bekennender Haslinger-Unterstützer. „Es war nicht immer schön“ mit dem JU-Kollegen, bekannte Götzer freimütig, sagte aber auch, dass nun die „einmalige Chance für einen Neuanfang“ bestehe – und zwar mit Thomas Haslinger. Zwietracht und Zerstrittenheit müssten ein Ende haben, man sei aufeinander zugegangen und habe Gräben zugeschüttet.





Dann war Haslinger an der Reihe. Er beschwor zunächst den maximalen inneren Zusammenhalt der Partei – mit Sätzen wie „Wir sind eine Familie“ und „Blut ist dicker als Wasser“. Und leitete zum politischen Part über mit dem Hinweis, dass „ab morgen“ der Kommunalwahlkampf für 2020 beginne. Haslinger kündigte zeitnah eine Strategieklausur an und für nächstes Jahr einen „Antragsparteitag“. Die politischen Gegner könnten sich schon mal warm anziehen, denn: „Wenn wir unser Potential abrufen“, so Haslinger, „sehen die anderen nur unsere Hacken.“

„Die anderen“ knöpfte sich der neue starke Mann der Landshuter CSU dann jeweils kurz vor. Die SPD agiere „völlig realitätsfern“ und „ohne Zukunftsperspektive“, den Grünen attestierte Haslinger „Ideologie pur“, die FDP sei „nicht mal halb so groß wie die JU“, und der Landshuter Mitte, die sich tagesaktuell in der LZ als kommunalpolitischer Impulsgeber gebrüstet hatte, schleuderte er mit wuchtiger Betonung auf dem ersten Wort entgegen: „Wir sind die Taktgeber!“

Nach 23 Minuten kam Haslinger zum Ende. Er werde alles dafür tun, damit die CSU in Zukunft die Landshuter Stadtpolitik „absolut dominiert“. Und: 2020 soll wieder ein OB das Rathaus übernehmen, „der unser Parteibuch hat“.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

Kommentare

  1. Harald Dietl
    Harald Dietl 9 April, 2017, 19:56

    Ein ähnliches Ergebnis bedeutete für Siegmar Gabriel den Anfang vom Ende seiner politischen Kariere, während die Landshuter CSU darin Chancen sieht für einen Neuanfang.

    Radlmeier betont, dass Herr Haslinger „sehr, sehr gut vernetzt“ sei. Radlmeier war sogar als MdL gut vernetzt und was hat´s geholfen? OB wurde ein anderer, der gar nicht vernetzt war und noch nie ein politisches Amt inne hatte.

    Eine Eigenart der CSU auf allen Ebenen ist, wie auch an diesem Abend, gerne über die politische Konkurrenz her zu ziehen. Das nervt, es reicht, wenn dies am Aschermittwoch geschieht. Wer ein gutes Produkt hat, hat es nicht nötig, über Konkurrenten zu sprechen, sondern über eigene positive Merkmale. Siehe Wahlkampf und Erfolg von Herrn Putz.

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  2. Es wird sich zeigen ...
    Es wird sich zeigen ... 9 April, 2017, 16:49

    … ob Herr Dr. Haslinger, mit nur mageren 99 Stimmen von 136 gewählt, es schafft, in drei Jahren ein CSU-Mitglied zur OB-Kandidatur zu bewegen, um “die anderen nur unsere Hacken sehen zu lassen”. Selbst zu kandidieren dürfte gewagt sein, wenn nicht einmal drei Viertel der CSU-Mitglieder Herrn Dr. Haslinger eine Führungsrolle zutrauen. Insofern: Die Hacken kann man sehen bei Leuten, die vorauslaufen. Ob das aufgrund von Führung ist oder auf der Flucht wird sich herausstellen.

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