Die Linke zur Schlachthof-Diskussion: “Solche Zustände” seien “schlicht untragbar”

Auch die Partei Die Linke bezieht jetzt Position in der Diskussion um den Landshuter Schlachthof.  Andreas Maier vom Kreisverband Landshut-Kelheim hat folgende Pressemitteilung herausgegeben:

“Der BR hatte in einer gemeinsamen Recherche mit der Süddeutschen Zeitung Misstände in einem vom Vion betriebenen Schlachthof in Landshut aufgedeckt. Dabei soll dort über Jahre hinweg gegen Gesetze in den Bereichen Arbeitsrecht, Tierschutz und Hygiene verstoßen worden sein. Wenn sich die von den Medien geäußerten Vorwurfe bestätigen, so reiht sich der Skandal um den Landshuter Schlachthof in eine, gerade in letzter Zeit, immer länger werdende Reihe ähnlicher Vorfälle ein.

Denn Bestände wie dieser sind leider kein Einzelfall, wie eine Forschungsarbeit am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorbrachte. Darin wurden 20 große Schlachtbetriebe zwischen 2014 und 2015 im Hinblick auf Tierschutz untersucht und festgestellt, dass über die Hälfte der überprüften Schlachtbetriebe weniger als 75 Prozent der gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Betäubung erfüllten. Es ist deutlich. Wo es ums Geld geht, werden schnell zentrale Standards wie Arbeitnehmer-, Tier- und Umweltschutz hinten angestellt. Warum aber bei solchen Mängeln die Kontrollbehörden, die im öffentlichen Interesse handeln sollten, oft nicht oder nur zu wenig durchgreifen, ist nicht nachvollziehbar. Wir als Kreisverband Die Linke Landshut Kelheim halten solche Zustände für schlicht untragbar.





Eva Bulling-Schröter, Abgeordnete für Die Linke im Bundestag, äußerte sich dazu folgendermaßen: ‘Immer mehr, immer billiger und immer mehr ‘Wettbewerbsfähigkeit’ ist leider auch das Motto im Lebensmittelbereich. Wer nur noch auf billig und mehr Umsatz setzt, der muss sich nicht wundern, dass Hygiene, Arbeitsrechte und selbst minimaler Tierschutz nicht eingehalten werden.

Dabei ist schon seit langem bekannt, dass Tiere und Menschen in Schlachthöfen leiden. Doch die Profitgier und die erpresserischen Dumpingpreise der Discounter nehmen darauf keine Rücksicht. Diejenigen, die mit immer mehr Billigfleisch und Billiglohnarbeitern weiter Kasse machen, muss endlich die rote Karte gezeigt werden. Umbaumaßnahmen in einem laufenden Lebensmittelbetrieb gehen gar nicht. Warum die zuständigen Behörden nicht eingreifen bleibt schleierhaft und lässt Übles vermuten. Nach wie vor bleibt die Forderung, dass der Gesetzgeber endlich eingreift gegen übelste Schlachtbedingungen und gegen übelste Arbeitsbedingungen. Im jüngsten Fall in Landshut müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Letztendlich bleibt auch klar, dass die KonsumentInnen ebenfalls gefragt sind. Wer diese Bedingungen nicht will, der muss anders einkaufen.’”

 

Kategorien: Aktuell, Politik

Kommentare

  1. Manfred Martin Drescher
    Manfred Martin Drescher 4 August, 2016, 08:46

    Danke für den kritischen Bericht.
    Leider tut die, nur angebliche christlich und soziale bayerische Staatspartei, seit jahren nicht viel für einen absoluten verbraucherschutz, für Arbeitsplätze mit einem hohen Sozialstandart und für den Tierschutz.
    Die industrielle Lebensmittelproduktion, deren Ziel offensichtlich nur die Gewinnmaximiereung der Konzerne ist, hat bei der CSU und leider auch beim Bauerverband höchsten Stellenwert.
    Es wird Zeit, dass sich hier was ändert, denn die negativen Folgen für unsere Umwelt und für die Gesundheit der Menschen werden bald nicht mehr zu bezahlen sein!
    Für alle, die sich noch mehr informieren wollen!
    https://www.boell.de/de/2016/01/13/fleischatlas-deutschland-regional

    Manfred Martin Drescher

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