Dienstältestes Team in ganz Bayern: Intendant Stefan Tilch und GMD Basil Coleman führen das Landestheater bis 2023

Dienstältestes Team in ganz Bayern: Intendant Stefan Tilch und GMD Basil Coleman führen das Landestheater bis 2023

Bei der Sitzung des Zweckverbandes Landestheater Niederbayern am Donnerstag wurden die Verträge von Intendant Stefan Tilch und Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman (Bild) einstimmig um fünf Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 verlängert. Das Führungsduo wird damit zum dienstältesten Team in der bayerischen Theaterszene.

Der in Passau gebürtige Intendant Tilch arbeitete nach seinem Studium zunächst als Spielleiter an der Bayerischen Staatsoper in München, bevor er 2002 als jüngster Intendant Deutschlands die Leitung des Landestheaters Niederbayern übernahm. Neben seinen Inszenierungen für das niederbayerische Theater arbeitet er regelmäßig am Pfalztheater Kaiserslautern und am Tiroler Landestheater Innsbruck und verwirklichte in der Vergangenheit Projekte an Theatern in München und Dortmund sowie bei den Opernfestspielen in Heidenheim und auf Gut Immling. Seit 2013 inszeniert er zudem das Festspiel der Landshuter Hochzeit.

GMD Coleman stammt aus England und erhielt seine Ausbildung am Kable College an der Universität Oxford und am Konservatorium der Stadt Wien. Nach Stationen an den Bühnen in Krefeld und Mönchengladbach, am Münchner Gärtnerplatztheater sowie am Theater Augsburg kam er 1997 als erster Kapellmeister an das Landestheater Niederbayern. 2001 wurde er dort zum Musikdirektor, 2005 zum Generalmusikdirektor berufen.





Tilch und Coleman leiten das Landestheater Niederbayern seit 2002. Höhepunkte ihrer gemeinsamen Arbeit waren u.a. die deutschen Erstaufführungen der Musicals „Harry und Sally“ und „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, der siebenteilige „Bellizi-Zyklus“ sowie in der vergangenen Spielzeit die niederbayerische Erstaufführung von Wagners „Tristan und Isolde“. Gemeinsam haben sie die Musik des Barock zu einer festen Größe im Spielplan des Theaters etabliert.

Für die Schauspielabteilung inszenierte Tilch die Uraufführung des dreiteiligen Zyklus von Robert Hültner „Die Ruhe und die Ordnung“ über die politischen Entwicklungen in Bayern in der Übergangszeit zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg. Auch die Einführung der Burgenfestspiele Niederbayern – eines Freilicht-Theater-Festivals in den drei Partnerstädten des Zweckverbandes Landshut, Passau und Straubing – ist maßgeblich von Tilch und Coleman betrieben worden. Das Führungsduo meisterte Krisen wie das Jahrtausend-Hochwasser in Passau 2013 oder den Umzug des Landshuter Theaters in ein Zelt 2014 und nutzte die Zeiten des Umbruchs für Neuerungen und die Erschließung neuer Spielräume und Konzepte.

Für die vierte Amtszeit ihrer Zusammenarbeit planen Tilch und Coleman als größtes gemeinsames Projekt die niederbayerische Erstaufführung von Richard Wagners „Ring-Zyklus“. Im Rahmen der bereits seit Jahren bestehenden Zusammenarbeit mit dem Südböhmischen Theater in Budweis ist die Uraufführung einer Oper über Sir Nicholas Winton, einen Briten, der 669 tschechische Kinder vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet hat, geplant. Die Burgenfestspiele Niederbayern sollen künftig in Kooperation mit den Festspielen Europäische Wochen stattfinden, die Niederbayerischen Volkstheatertage, die heuer zunächst im kleinen Rahmen und nur in Landshut begonnen werden, sollen ausgebaut und künftig auch in Passau und Straubing angeboten werden. Das wohl bedeutendste Projekt und die vermutlich größte Herausforderung ihrer gemeinsamen Arbeit wird die Sanierung des Landshuter Theaters sein, zu der die Planungen bereits angelaufen sind und demnächst fortgesetzt werden.

(Foto: Peter Litvai, Landestheater Niederbayern)

Kategorien: Aktuell, Kultur

Kommentar hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte geben Sie Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse an. Weitere Pflichtfelder sind markiert.*