Grünes Licht für Eisstadion-Sanierung: 18,4-Millionen-Projekt startet im Frühjahr 2018 – Kapazität sinkt von 7.000 auf 4.700

Grünes Licht für Eisstadion-Sanierung: 18,4-Millionen-Projekt startet im Frühjahr 2018 – Kapazität sinkt von 7.000 auf 4.700

Die Sanierung des Landshuter Eisstadions wird wie geplant in Angriff genommen. Mit 40:3-Stimmen (Bild) sprach sich das Plenum am Freitag für die sogenannte “Minimallösung” aus, die ab Frühjahr 2018 das Dach sowie die Sicherheits- und die Kältetechnik ertüchtigen soll (bei stets laufendem Spielbetrieb). Nach wie vor kalkuliert man im Moment mit Kosten von 18,4 Millionen Euro brutto. Nach Abschluss der Sanierung wird das Stadion nicht mehr wie heute eine Kapazität von 7.000 Besuchern haben, sondern nur noch 4.700 Menschen Platz bieten; Grund dafür sind neu erforderliche Fluchtwege sowohl im Steh- als auch im Sitzplatzbereich. Damit genügt die Halle nicht mehr den Standards für die oberste deutsche Spielklasse DEL; der EVL, aktuell in der drittklassigen Oberliga zu Hause, könnte maximal um eine Liga in die DEL 2 aufsteigen.

Anderthalb Stunden lang beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Thema Eisstadion-Sanierung, und der deutlich größere Teil dieser Zeit gehörte den Ausführungen der Planer der Arbeitsgemeinschaft mit dem klingenden Namen „4-for-ice“. Sie sprachen, angeführt von Architekt Stefan Feigel, von „dringendem Handlungsbedarf“ und unterfütterten ihre Diagnose vom bemitleidenswerten Zustand der Halle am Gutenbergweg ausgiebig in Wort und Bild. Das Dach sei nicht dicht, die gesamte Kältetechnik am Ende – das waren zentrale Aussagen der Planer, und böse Worte wie Korrosionsangriff, Störfall oder Havarie wirbelten durch die trockene Luft des Sitzungssaals. Ingenieur Norbert Burger versuchte den staunenden Stadträten im Stile naturwissenschaftlichen Unterrichts die Tragwerksprobleme des Stadions zu erklären (Bild unten).





Unter dem Strich war das Plenum zum überwältigenden Teil beeindruckt genug vom Szenario der Planer, um die Sanierung als alternativlos anzuerkennen und ihr zuzustimmen. Lediglich drei Gegenstimmen gab es, sie kamen von Gerd Steinberger und Anja König (beide SPD) sowie Ingeborg Pongratz (CSU).

Bezüglich der Kosten herrschte eher defensive Informationsstimmung. Er wolle, so Architekt Feigel, diesbezügliche Zahlen erst „nach Abschluss einer schärferen Planung im Sommer vorlegen“. Oberbürgermeister Alexander Putz sagte zunächst, man müsse in diesem Stadium „mit Kostenschätzungen operieren, ich hoffe, die stimmen einigermaßen“. Im späteren Verlauf der Debatte – u.a. auf Nachfrage von SPD-Mann Steinberger – nahm der OB explizit Bezug auf die schon bisher genannte Hausnummer von 18,4 Millionen Euro: „Diese Zahl“, so Putz, „steht im Raum. Es gibt keine andere.“

Die Kosten sind in der mittelfristigen Finanzplanung eingestellt (u.a. 2018: 4 Millionen; 2019: 6 Mio.; 2020: 4 Mio.). Auch Kämmerer Rupert Aigner sprach sich ausdrücklich für die Sanierung aus – man sei, befand der Hüter der städtischen Finanzen, beim Eisstadion „an einem Punkt, an dem man nicht mehr wegschauen kann“.

Dass das Stadion nach der Sanierung nicht mehr DEL-tauglich sein wird (weil es nur noch 7.350 der geforderten 9.000 Punkte des Kriterienkatalogs erfüllt), wurde vom Stadtrat quasi klaglos hingenommen. Die Kapazität wird künftig bei exakt 4.705 Zuschauern liegen – 3.067 Stehplätze, 1.446 Sitzplätze, 180 VIP-Plätze und 12 Rollstuhlfahrer.

Kategorien: Aktuell, Politik, Sport

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