Einmalig in der Region, Vorzeigeprojekt für Bayern: 21 junge Flüchtlinge nehmen in VIB mit viel Engagement am Kurs für Pflegehelfer teil

Einmalig in der Region, Vorzeigeprojekt für Bayern: 21 junge Flüchtlinge nehmen in VIB mit viel Engagement am Kurs für Pflegehelfer teil

Seit einem halben Jahr drücken in Vilsbiburg im Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe 21 junge Flüchtlinge ganztägig die Schulbank. Ziel ist es, die Jugendlichen zum Abschluss der Pflegehelferausbildung zu führen. Über dieses Projekt, das in Niederbayern einmalig ist und für Bayern als Vorzeige-Integrationsprogramm gilt, informierten sich die Freie Wähler-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt und Angelika Thiel aus Pfeffenhausen, Mitglied des Bundesfachausschusses Soziales der FW.

Einen passenderen Zeitpunkt hätten sich die beiden Freien Wählerinnen für ihren Besuch nicht wünschen können. Anhand von Herzmodellen und einem Arbeitsblatt lernten die Schüler des ersten Kurses zur Erweiterten Pflegehelferausbildung gerade die Anatomie des Herzens und die deutschen Fachbegriffe. Oft konnten sie gleich Antwort geben in ihrer Landessprache, auf Französisch, Englisch oder gar Latein. Das Erlernen der deutschen Begriffe steht aber immer im Vordergrund. Mit viel Freude, Konzentration und gegenseitiger Unterstützung nehmen sie am Unterricht teil, dieses Bild zeigte sich Schmidt und Thiel bei den direkten Einblick in den Unterricht. Silke Bauer, Gesundheits- und Krankenpflegerin und Pflegepädagogin, lehrt mit extrem deutlicher Aussprache und Herzlichkeit den Flüchtlingen aus Senegal, Gambia, Sierra Leone, Somalia, Eritrea, Tansania, Afghanistan, Syrien und Inguschetien Grundlegendes aus dem Aufbau des menschlichen Körpers.

„Den Unterricht dialektfrei zu führen kostet sehr viel Kraft!“, so Aniko Reintke, Ausbildungsleiterin des Erweiterten Pflegehelferkurses.  Trotzdem sei es ein außerordentlich angenehmes Arbeiten mit den Flüchtlingsjugendlichen, denn sie zeigten extremen Einsatz, um an das Ziel zu kommen, erörtert Reintke. „Die Schüler bereiten sich ja auch auf den Qualifizierten Mittelschulabschluss vor. Sie sind dabei sehr selbstkritisch bei schlechten Leistungen“, fügt Monika Wagner von der Schulleitung lobend hinzu. Auch hebt sie die gute Kooperationsarbeit mit der Mittelschule Vilsbiburg hervor. Das Wichtigste ist für Wagner und Reintke, dass alle Kursteilnehmer nächstes Schuljahr in die Pflegehelferfachausbildung übernommen werden. „Dafür werden wir kämpfen“, so Wagner und Reintke im Einklang, „Es kann keine politische Entscheidung sein, ob jemand für die Pflege geeignet ist.“ MdL Gabi Schmidt sagte volle Unterstützung zu.





Unsicher sei die Übernahme, da einige aus “angeblich sicheren Herkunftsländern” kämen, so die Freien Wähler. Allerdings habe der bayerische Innenminister Joachim Herrmann geäußert, dass Flüchtlinge, die in Mangelberufen ausgebildet würden, auch dauerhaft bleiben könnten. Grotesk wäre die Ablehnung zur Ausbildung auch in der Hinsicht, dass für das deutsche Projekt „Triple Win“ aus Ländern außerhalb der Europäischen Union extra qualifizierte Pflegefachkräfte angeworben würden.

Diese würden aus den als sicheren Herkunftsländern eingestuften Staaten Bosnien-Herzegowina, Serbien, Philippinen und Tunesien akquiriert. Da mit Deutschland und seine Arbeitgebern der Pflege, den Herkunftsländer sowie den Fachkräfte mit mangelnder Perspektiven auf dem heimischen Arbeitsmarkt insgesamt eine sogenannte Win-win-win-Situation entstehe, laufe das Programm unter den Namen „Triple Win“.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

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