Er ist Bildhauer mit Nadel und Faden bzw. mit der Nähmaschine: “Rebound” heißt die Ausstellung von Stefan Wischnewski in der Neuen Galerie

Er ist Bildhauer mit Nadel und Faden bzw. mit der Nähmaschine: “Rebound” heißt die Ausstellung von Stefan Wischnewski in der Neuen Galerie

Stefan Wischnewski ist Bildhauer – allerdings mit Nadel und Faden. Oder besser: mit der Nähmaschine. Sein Material findet er bevorzugt in den industriell gefertigten Erzeugnissen der Freizeit- und Sportkultur. Diese interpretiert er neu, indem er sie zerlegt, auftrennt, umwendet – und aus den Versatzstücken bekannter Produkte neue Objekte entstehen lässt.

Rebound könnte man dieses Verfahren nennen, ein Begriff, der auch aus dem Sport bekannt ist, und “Rebound” nennt Stefan Wischnewski auch seine Ausstellung in der Neuen Galerie Landshut, die am kommenden Freitag, 23. Juni, um 20 Uhr eröffnet wird. Wischnewski war bereits im vergangenen Jahr mit einigen ausgewählten Arbeiten in der furiosen Ausstellung “Tissue” in der Großen Rathausgalerie zu sehen. Nun bezieht er den gesamten Gotischen Stadel in seine Rebound-Strategie mit ein und zeigt raumbezogene, skulpturale Arbeiten, die immer aus vorhandenen Materialien und textilen Produkten bestehen, die er komplett verändert und zu neuen, andersartigen Objekten umformt. Manchmal wirken diese dann wie glänzende Designstücke, manchmal auch wie Dinge, deren Funktion nur ein paar Augenblicke von unserem Verständnis entfernt scheint – und sich doch nicht erschließt. In einem Nützlichkeits-Sinne sind sie völlig zweckfrei – und gerade dadurch ermöglichen sie eine ironisch-distanzierte Rückwendung auf die Gegenstände des Alltags, deren Zweckgebundenheit von uns meist unhinterfragt hingenommen wird.

Stefan Wischnewskis unkonventioneller Zugriff entzieht ihnen ihre vertrauten Sinnzusammenhänge und überführt sie in das Erfahrungsfeld der Kunst. Dort aber eröffnen sich nicht nur neue Assoziations-Spielräume; in ihren irritierenden Wirklichkeitsverschiebungen ermöglichen die Objekte eine neue, unverstellte Wahrnehmung ihrer selbst und zugleich oft auch des sie umgebenden Raumes. Die Ausstellung dauert bis zum 16. Juli und ist geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.   (Im Bild: Blazer, 2015; Sporttrikots, Holzkörper; 150 x 90 x 10 cm)





Kategorien: Aktuell, Kultur

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