“Fast eine Parallele zum 15. und 16. Jahrhundert”: Förderer-Chef Ernst Pöschl lobt das Engagement der Familie Spitzlberger für die Plattnerkunst

“Fast eine Parallele zum 15. und 16. Jahrhundert”: Förderer-Chef Ernst Pöschl lobt das Engagement der Familie Spitzlberger für die Plattnerkunst

„Wissenschaftlich fundiert und so authentisch wie möglich“ lautet der Anspruch der “Förderer” an die Landshuter Hochzeit 1475. Getreu diesem Motto stellte der Verein im Rahmen des heutigen Besuchs von Kultusminister Ludwig Spaenle (siehe aktueller Bericht) einen weiteren Band aus der Reihe Schriften zur Landshuter Hochzeit 1475 vor: Landshuter Plattnerkunst.

Basis des in dieser Zusammenstellung auch für Fachkreise neuen und interessanten Werkes ist der Ausstellungskatalog von Prof. Dr. Georg Spitzlberger, den dieser anlässlich der Ausstellung zur Landshuter Plattnerkunst im Jahre 1975 erstellt hatte. In die Neuauflage wurde nicht nur die im Nachgang erschienene Veröffentlichung „Unvergängliche Harnischkunst“ integriert, sie wurde zudem vom Sohn des damaligen Ausstellungskurators, Dr. Georg Spitzlberger jun. (im Bild rechts), um den aktuellen Stand der heutigen Landshuter Plattnerkunst ergänzt.

“Förderer”-Chef Ernst Pöschl (li.): „Wir haben sehr gerne die Verlegerschaft für dieses Werk übernommen. Zumal Rüstungen und Waffen des Spätmittelalters immer schon eines unserer Anliegen bei der Landshuter Hochzeit waren. Wir gehen davon aus, dass bei der original Landshuter Hochzeit 1475 viele Prunkharnische aus Landshuter Werkstätten in der Sonne geglänzt haben. Und sie tun das auch im 21. Jahrhundert.“ Nachdem in den 50er oder 60er Jahren bei den Aufführungen der Landshuter Hochzeit die Ritter in geliehenen alten Rüstungen des Bayerischen Armeemuseums am Festzug teilgenommen hatten, waren es ab den 70er Jahren original nachgebaute Rüstungen, die von Plattnern im süddeutschen Raum hergestellt wurden, etwa von Walter Suckert, der in Fachkreisen als der beste Plattner des 20. Jahrhunderts galt. Zwischenzeitlich finden sich im Landshuter Raum engagierte und interessierte junge Leute, die sich intensiv mit der Plattnerkunst auseinandersetzen. Darunter ist auch Dr. Georg Spitzlberger jun. als einer der autodidaktischen „Förderer“-Plattner.





Pöschl: „Dass sich eine Familie wie die Spitzlbergers nun schon in zwei Generationen mit der Plattnerkunst befasst, könnte man fast als eine Parallele der im 15. und 16. Jahrhundert in Landshuter ansässigen Plattnerfamilien bezeichnen. Daher sind wir stolz, dass wir der Fachwelt nun den Nachdruck dieses Katalogs mit den weiterführenden Kapiteln präsentieren können.“

Passend zur Präsentation der „Landshuter Plattnerkunst“ erfolgte der Auftritt des kürzlich auch im letzten Detail von Plattner Heinz Schaupp fertiggestellten Breitensteiner-Harnischs. Dieser Ganzkörperharnisch wurde nach der in einer Grabplatte in der Landshuter Hl.-Geist-Kirche verewigten Rüstung von Ulrich von Breitenstein, dem Hofmarschall von Ludwig dem Reichen, angefertigt. In ähnlicher Weise wurde bereits der „Staudacher“ nach dem Grabepitaph in St. Jodok angefertigt. Erstmalig – wenn auch noch unvollendet – wurde der Breitensteiner bei der Landshuter Hochzeit im Jahr 2013 präsentiert. Ernst Pöschl: „Dieses großartige Stück der Ritterwelt aus dem Spätmittelalter wurde nahezu vollständig aus Spenden von Landshuter Bürgern finanziert. Das zeigt, wie hoch das Interesse an der Plattnerkunst heute noch ist und vor allem, wie stark der Bürgersinn in unserem Verein ausgeprägt ist.“ 

Kategorien: Aktuell, Kultur

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