Große Chance, junge Ärzte für die Kliniken in Niederbayern zu gewinnen: Bezirk will ab sofort Stipendien für Medizinstudenten vergeben

Große Chance, junge Ärzte für die Kliniken in Niederbayern zu gewinnen: Bezirk will ab sofort Stipendien für Medizinstudenten vergeben

Der Bezirk Niederbayern setzt sich für eine gute ärztliche Versorgung in Niederbayern und für den ärztlichen Nachwuchs ein. Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich hat ein Stipendienprogramm für angehende Mediziner initiiert: Am kommenden Dienstag werden die Mitglieder des Bezirksausschusses über Stipendien für Medizinstudierende, die nach Abschluss des Studiums als Assistenzarzt in einem der Bezirkskrankenhäuser in Niederbayern tätig werden, entscheiden. Bereits im Dezember hatte sich der Bezirksausschuss grundsätzlich für die Vergabe von Stipendien für Medizinstudenten ausgesprochen. Das Vergabeverfahren und die Fördermodalitäten werden nun zur Entscheidung vorgelegt.

„Gerade im ländlichen Raum benötigen wir dringend junge Ärzte, um auch künftig die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können“, betont Heinrich. „Der demographische Wandel bringt für uns zahlreiche Herausforderungen mit sich: Zum einen nimmt in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu, zum anderen hat sich die Altersstruktur in der Ärzteschaft verändert. Schon jetzt sind mehr als 30 Prozent der bayerischen Hausärzte 60 Jahre oder älter. Eine ähnliche Tendenz gibt es bei den Fachärzten. Vor allem aber im Bereich der Allgemeinmedizin, der Nachwuchsgewinnung in ländlichen Regionen und der psychiatrischen Versorgung besteht Handlungsbedarf.

Voraussetzungen für ein Stipendium sollen u.a. sein: ein persönlicher Bezug zum Bezirk Niederbayern, die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren der Karl Landsteiner Privatuniversität für den Studiengang Health Sciences bzw. für den Master-Studiengang Humanmedizin und eine Verpflichtungserklärung zur ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus des Bezirks Niederbayern, z.B. als Assistenzarzt nach dem erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums. Vorgesehen ist, dass der Stipendiat ab dem ersten Studienjahr monatlich 550 Euro erhält. Die Stipendiaten sollen während des Studiums eng durch den Bezirk Niederbayern begleitet werden. Die Auswahl der Stipendiaten wird durch ein Auswahlgremium erfolgen. Geplant ist, dass das Stipendium bereits für das kommende Studienjahr gewährt wird. Im April beginnt das Auswahlverfahren an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems.





Dass der Bedarf an gut ausgebildeten jungen Ärzten groß ist, betonen auch die Ärztlichen Direktoren der niederbayerischen Bezirkskrankenhäuser. Sie begrüßen daher die Pläne für das Stipendienprogramm. „Die Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung steigt immer weiter, gleichzeitig sind wir in Deutschland mit einem Ärztemangel konfrontiert“, so Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut. „Dieser Ärztemangel zeigt sich unter anderem darin, dass wir auf Stellenanzeigen für Assistenzärzte und Oberärzte kaum geeignete Bewerbungen erhalten. Daher ist das geplante Stipendienprogramm eine große Chance, junge engagierte Ärzte für die niederbayerischen Kliniken zu gewinnen.“

Im Bild: Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut (li.), und Krankenhausdirektor Stefan Eichmüller (re.) forcieren zusammen mit Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich und dem Bezirksklinikum Mainkofen das geplante Stipendienprogramm.   (Foto: Bezirk Niederbayern)

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

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