Großes Theater auf der kleinen Bühne: Sven Grunert bringt Shakespeares “Sturm” noch zweimal zur Aufführung

Großes Theater auf der kleinen Bühne: Sven Grunert bringt Shakespeares “Sturm” noch zweimal zur Aufführung

“Der Sturm” von William Shakespeare ist am kommenden Freitag, 17. Februar, 20 Uhr, wieder im kleinen Theater zu sehen – die größte Produktion, die dort je über die Bühne gegangen ist.

Das kleine Theater wird wieder zu einer magischen Insel, auf der sich die Geschichte des Lebens ereignet. Eine Insel der Fantasie außerhalb der Realität, außerhalb von Raum und Zeit. Auf dieser Insel regiert die Magie, die Fantasie und die Usurpation: die Hexe Sycorax, der Luftgeist Ariel und Caliban. Auch der Protagonist Prospero entdeckt hier das Übernatürliche für sich und wird in der magischen Welt der Insel zu dem Herrscher, der er in der Heimat sein sollte.

Shakespeares „Sturm” ist ein zeitloses Stück und eine bunte und kluge Parabel auf das menschliche Leben in seinen Untiefen und Strömungen, aufbrausend zwischen Ebbe und Flut. Es geht nur um das Menschsein. Das Isoliert-sein. Das Sich-sein. Die Flucht vor dem, was draußen wartet. Machtspiele, Machtstrukturen, Machtmissbrauch. „Nur Qual, Verwirrung, Wunder und Entsetzen wohnt hier: Führ eine himmlische Gewalt uns aus diesem furchtbaren Land“, schreibt Shakespeare in seinem Stück.





Der charismatische Prospero (Andreas Sigrist), einst rechtmäßiger Herrscher von Mailand, rettete sich mit seiner Tochter Miranda (Anna Schumacher) vor vielen Jahren auf eine Insel, nachdem sein Bruder Antonio ihn entmachtet hatte. Prospero lernt die Magie und macht sich die Geister untertan. Allen voran Luftgeist Ariel, verkörpert von Julius Bornmann. Gemeinsam entfachen sie einen fürchterlichen Sturm, der ein Schiff, auf dem sich seine früheren Gegner befinden, in Seenot bringt und sie auf dieser Insel stranden lässt. Prospero als Strippenzieher und zahmer Kolonialpolitiker, der das Chaos regiert.

Im kleinen Theater inszeniert Intendant Sven Grunert das Stück um den zauberkundigen Inselherrscher Prospero und seine liebliche Tochter Miranda, um die Hexe Sycorax, den listigen Luftgeist Ariel und den schrägen, monströsen Caliban (Maja Elsenhans), um Gestrandete voller Vorgeschichte und um derb-sinnliche Trunkenbolde. Ein Märchentraum als wunderbarer Theatertraum für die Zuschauer. So wunderbar, dass die Inszenierung es im Jahr 2016 in die Top Ten-Liste der deutschsprachigen Bühnen des Online-Portals www.nachtkritik.de geschafft hat.

Nächste und letzte Vorstellung in dieser Spielzeit: Sonntag, 30. April, 19 Uhr. Außerdem spielt das kleine Theater am nächsten Wochenende wieder „Alexandra – Das Comeback“ (am Samstag, 18.2., 20 Uhr) und „Alte Liebe“ (am Sonntag, 19.2., 19 Uhr).

Kategorien: Aktuell, Kultur

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