Historische Lufthansa-Maschine: Oßner will die “Landshut” nach Landshut holen – man munkelt von einem Standort in der Freyung

Historische Lufthansa-Maschine: Oßner will die “Landshut” nach Landshut holen – man munkelt von einem Standort in der Freyung

Kommt die historische Lufthansa-Maschine „Landshut“ – bzw. mindestens Teile von ihr – nach Landshut? Die Diskussion um eine Rückholung des Flugzeugs, dessen Entführung durch palästinensische Terroristen 1977 weltweit Schlagzeilen gemacht hatte, von Brasilien nach Deutschland hat zuletzt enorm an Schwung gewonnen. Medien berichten von substanziellen Bemühungen des Außenministeriums, die Maschine, die mittlerweile – längst ausrangiert – in Fortaleza steht, nach Deutschland zurückzubringen. Sollte dies gelingen, stellt sich sogleich Frage Nr. 2: Wo in Deutschland sollte die „Landshut“ als Dokument der Zeitgeschichte ausgestellt werden?

Womöglich ja in Landshut. Entsprechende Bemühungen liefen in der niederbayerischen Bezirkshauptstadt bis dato eher im Hintergrund, nun ist der örtliche CSU- Bundestagsabgeordnete Florian Oßner (Bild) in die Offensive gegangen. Zumindest ein Teil des Flugzeugs sollte in der namensgebenden Stadt ausgestellt werden, das neue Stadtmuseum böte sich dafür an.

„Gegenüber Bundesaußenminister Sigmar Gabriel habe ich mich für den Kauf und die Restaurierung der ‚Landshut’ ausgesprochen und ihn gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Maschine als Ort des Gedenkens und Erinnerns an eine wichtige und schwierige Zeit der Bundesrepublik erhalten wird“, so Oßner. „Gerade in der heutigen Zeit“ seien „Zeichen gegen Terrorismus dringend notwendig, um Freiheit und Demokratie wieder stärker in das Bewusstsein zu rücken.”





Oßner verfolgt auch explizit das Ziel, die Stadt Landshut zu einem „Ort für dieses Gedenken“ zu machen. Die städtischen Museen, so der Abgeordnete, „hätten mit dem neu eröffneten Stadtmuseum und der Ausstellung ‚Landshut in der Moderne’ einen passenden Rahmen“, in dem die Geschehnisse von damals „auf kulturell und historisch hohem Niveau aufgearbeitet“ werden könnten.

Florian Oßner verlieht der lokalen Debatte um dieses spannende Thema möglicherweise im richtigen Zeitfenster zusätzliche Dynamik. Auch wenn sich politische Entscheider bzw. die Rathaus-Spitze bis dato offiziell eher bedeckt halten, so arbeiten doch im Hintergrund durchaus einflussreiche Kräfte daran, den Boden zu bereiten für einen echten musealen Coup. Hinter vorgehaltener Hand wird bereits über mögliche Standorte für die „Landshut“ gesprochen, auch die Finanzierung wird als keinesfalls unlösbares Problem gesehen.

Wohlgemerkt: In diesen Kreisen geht es nicht vorrangig darum, vielleicht eine Flugzeugtür im Stadtmuseum auszustellen – diese Männer denken groß: Sie wollen – wenn sich die Möglichkeit auftun sollte – die „Landshut“ in Gänze nach Landshut holen und an geeigneter Stelle ausstellen, selbstverständlich eingebettet in ein museales Gesamtkonzept. Geeignete Stelle? Die könnte in der Freyung liegen – auf dem Areal der ehemaligen Tennisplätze, das derzeit provisorisch als Parkplatz genutzt wird. Das LANDSHUTmuseum ist nur einen Steinwurf entfernt.

Kategorien: Aktuell, Politik

Kommentare

  1. Ein Mahnmal gegen den linke Umtriebe ......
    Ein Mahnmal gegen den linke Umtriebe ...... 5 April, 2017, 07:13

    … ist in Grunde überall in Deutschland angebracht, gerade in Gegenden, in denen es den Menschen so gut geht, dass sie vergessen, was Linksradikale schon alles angerichtet haben: Als Terroristen in den 70er Jahren, als Sozialisten in den Ländern des ehemaligen Ostblocks und auch heute ganz aktuell als “Aktivisten” verharmlost.

    Ob dazu aber ein altes Flugzeug in der Freyung aufgestellt werden muss? Sicher nicht. Das Thema “Gefahr durch Kommunismus und Linksradikale in der Gesellschaft” gehört eher in die Schulen, genau so, wie dort über die Nationalsozialismus und Rechtsradikale gesprochen wird.

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    • Harald Dietl
      Harald Dietl 5 April, 2017, 20:01

      Selbst ein Aprilscherz eignet sich dazu, seine eigene Ideologie in die Welt zu blöcken.

      “Auf seinem eigenen Misthaufen ist der Hahn der Mächtigste.”
      Seneca

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  2. Frank Steinberger
    Frank Steinberger 2 April, 2017, 13:05

    Schöner Aprilscherz. Und ich fall drauf rein…

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  3. Frank Steinberger
    Frank Steinberger 2 April, 2017, 13:01

    Ich denke mal, da wurde gumola nicht vollständig informiert. Das Flugzeug soll ja bereits zur LaHo bereitgestellt und beim Hochzeitszug mitgeführt werden (wahrscheinlich zwischen den Trommlern und den Reisigen, auf jeden Fall nach dem Brautgutwagen).

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  4. Frank Steinberger
    Frank Steinberger 2 April, 2017, 12:41

    Bei allem gebotenem Respekt vor gebotenem Lokalpatriotismus, aber dieser Vorschlag ist so kleingeistig, dass es schon fast weh tut. Die Geiselnahme 1977 , die Toten, der ganze RAF-Terrorismus war einer der erschütterndsten Ereignisse für ganz Deutschland. Es hat ganz viele Menschen bewegt, und das Gedenken daran ist eines, das auch ganz Deutschland praktizieren möchte. Landshut hat an diesen Geschehen soviel Anteil wie jede andere Stadt in Deutschland, nur der bizarre Zufall einer Public-Relation-Massnahme wie einer Flugzeug-Nahmensgebung soll den Anlass für einen solchen Trophäensicherung geben. Na, ich weiss nicht. Dieses Flugzeug, das der Ort einer solchen furchtbaren Tragödie für ganz Deutschland war, gehört natürlich ins Deutsche Historische Museum nach Berlin.

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