“Historischer Tag für Landshut”: Tom Kühnhackl und der Stanley Cup sorgen für Ausnahmezustand in der Altstadt

“Historischer Tag für Landshut”: Tom Kühnhackl und der Stanley Cup sorgen für Ausnahmezustand in der Altstadt

„Ein historischer Tag für die Stadt“ – zahlreiche Male wurde diese Formulierung heute Nachmittag im und vor dem Rathaus benutzt. In der Tat: Dass der Landshuter Tom Kühnhackl im Juni mit den Pittsburgh Penguins in der NHL, der besten Liga der Welt, den Titel geholt und somit den Stanley Cup erobert hat, ist für die stolze Eishockeystadt ohnehin ein Ereignis fürs Geschichtsbuch. Und dass der 24-jährige Stürmer, Sohn von Erich Kühnhackl, dem deutschen Eishockeyspieler des Jahrhunderts, die wichtigste Trophäe, die es in seinem Sport zu gewinnen gibt, heute für einen Tag nach Hause bringen und den Landshutern zeigen durfte – das versetzte die Stadt am Nachmittag in den Ausnahmezustand.

Es ist ein großartiger Brauch in der National Hockey League, dass der Stanley Cup im Sommer stets auf große Reise geht: Jeder Spieler der aktuellen Meistermannschaft darf einen Tag mit ihm verbringen, üblicherweise in seiner Heimatstadt. Und so hat sich die 20-Kilo-Trophäe auch heuer wieder nach Europa aufgemacht, macht Station in Finnland, Schweden, Russland – und Deutschland. Genauer: in Landshut, der Stadt des zweimaligen Deutschen Meisters (1970 und 1983).

Mittags nahm Tom Kühnhackl den Cup am Münchner Flughafen in Empfang, dann ging’s erst mal ins Eisstadion zu den Nachwuchsteams. Nachmittags dann der Doppel-Termin im und am Rathaus: Teil 1 war die Pressekonferenz im Alten Plenarsaal. 40 bis 50 Reporter waren gekommen und ließen sogar den routinierten Hausherrn staunen. „So einen Ansturm habe ich hier noch nie erlebt“, gestand OB Hans Rampf, der knapp 12 Jahre im Amt ist.





 

Der OB hob sodann zu einer überschwänglichen Laudatio auf den berühmten Sohn der Stadt an. Tom Kühnhackl sei nicht nur ein sportliches Ausnahmetalent, sondern auch als Mensch „bodenständig, bescheiden und charakterfest“ – kurzum: ein Vorbild, was Leistungsfähigkeit und –willen betreffe. Tom habe sich als „niederbayerisches Kampfschwein“ in der stärksten Liga der Welt einen Namen gemacht, so Rampf, der OB zeigte sich „stolz und dankbar“.

Der derart Gelobte gab sich in der Pressekonferenz genau so, wie ihn der OB charakterisiert hatte: ruhig, sympathisch, ohne irgendwelche Allüren. Von einem Reporter in eine Reihe mit Dirk Nowitzki, Boris Becker und Michael Schumacher gestellt zu werden, das fing Kühnhackl entspannt ab. Er hielt den Puck rhetorisch ganz flach – auf die Frage, was sich für ihn persönlich in den zwei Monaten seit dem Cup-Gewinn geändert habe, antwortete er lapidar: „Nix!“ Von einer kleinen Verschiebung in der Wahrnehmung der Familie Kühnhackl berichtete der Senior: „Früher hat’s über den Tom geheißen, das ist der Sohn vom Erich. Jetzt sagen die Leute über mich: Das ist der Vater vom Tom!“

Teil 2 war dann die öffentliche Präsentation auf einer Bühne vor dem Rathaus. Halb Landshut war auf den Beinen und ließ den Stanley Cup-Gewinner begeistert hochleben. Aber längst nicht nur Landshuter waren in die Altstadt gepilgert, auch Fans von anderen bayerischen Eishockey-Standorten und weit darüber hinaus. Man sah Anhänger aus Halle an der Saale und traf Besucher aus Berlin – sie alle wollten dabeisein und nahmen einige Entbehrungen auf sich, um ein Foto mit Tom und dem Pokal zu bekommen. Mittendrin in der endlos scheinenden Schlange vom Rathaus bis zur Apothekergasse übrigens Deutschlands Top-Fußball-Schiedrichter Wolfgang Stark als ganz normaler Eishockey-Fan…

 

Kategorien: Aktuell, Sport

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