Im Keim erstickt: Im Klinikum schützt man sich mit sauberen Händen gegen Antibiotika-Resistenzen

Im Keim erstickt: Im Klinikum schützt man sich mit sauberen Händen gegen Antibiotika-Resistenzen

Mit Seife und Wasser gegen Antibiotika-Resistenzen: Zum internationalen Tag der Händehygiene am 5. Mai erklärt Dr. Peter Kaiser, Leiter der Klinikhygiene am Klinikum Landshut, wie resistente Keime im Keim erstickt werden können.

Dass Antibiotika oftmals zu schnell verschrieben werden, ist bekannt. Sie sind zwar sehr wirksam, um Infektionen zu behandeln – können jedoch auch Resistenzen auslösen. Das bedeutet, dass ein Bakterium eine Widerstandsfähigkeit unter der Antibiotikatherapie entwickelt: Das bisher eingesetzte Antibiotikum wirkt nicht mehr, es muss auf ein anderes ausgewichen werden. Doch auch hier kann eine Resistenz entstehen – ein Teufelskreis beginnt.

Dr. Peter Kaiser vom Klinikum Landshut plädiert neben einer rationalen Antibiotikatherapie dafür, das Problem an der Wurzel zu packen: nämlich die Bakterien zu bekämpfen. Diese verursachen Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden. „Je schwerer wir es Bakterien machen, sich zu verbreiten, desto weniger werden Antibiotika benötigt. So können wir den Teufelskreis von Anfang an stoppen“, so Dr. Kaiser. Doch wie geht das? „Händewaschen, Händewaschen und nochmals Händewaschen. Das bedeutet mehrmals täglich und gründlich, mit Seife. Das ist die erste und wichtigste Maßnahme für zuhause.“





Die meisten Bakterien verbreiten sich durch Berührungen über die Hände. Besonders auf die Fingerkuppen und die Daumen sollte man aufpassen: „Dort hat man am häufigsten Kontakt“, erklärt der Hygiene-Fachmann. Außerdem sei die Keimdichte an den Fingerkuppen am höchsten. „Besonders wichtig ist das Händewaschen nach dem Toilettengang, nach dem Schnäuzen, nach dem Windeln wechseln sowie nach dem Kontakt mit Tieren und rohem Fleisch.“ Beherzigt man diese einfachen und doch wirkungsvollen Tipps, können laut Bundesärztekammer bis zu 30 von 100 Infektionen vermieden werden.

Übrigens: Desinfizieren ist genauso möglich, um den Bakterien den Kampf anzusagen. Dies ist die wichtigste Maßnahme im Krankenhaus. „Sie nehmen eine großzügige Menge Desinfektionsmittel (ca. 3 bis 5 Milliliter) in die trockene Hohlhand und verreiben die Flüssigkeit etwa 30 Sekunden an allen Hautarealen der Hand“, erklärt Dr. Kaiser. Die professionelle Händedesinfektion führen Ärzte, Pflegepersonal sowie die übrigen Berufsgruppen am Klinikum Landshut täglich in bestimmten Situationen durch: vor und nach jedem Patientenkontakt, vor jeder sterilen Tätigkeit, nach jedem Kontakt mit möglicherweise infektiösem Material und nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.

In der Eingangshalle des Klinikums steht an prominenter Stelle ein Desinfektionsspender. Dieser ermöglicht Besucher bereits beim Hereinkommen eine Händedesinfektion durchzuführen, um Erreger von den Patienten fernzuhalten. Auch in bzw. vor den Patientenzimmern und den Stationen sind Spender installiert. „Saubere Hände schützen unsere Patienten und unser Personal“, so Geschäftsführer Nicolas von Oppen.

Das Klinikum Landshut hat seit Jahren überdurchschnittlich gute Ergebnisse bei der Krankenhaushygiene. Bei der Infektionsprävention multiresistenter Keime schneidet das Klinikum im Vergleich zu anderen Krankenhäusern dieser Größe besonders gut ab. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Händehygiene im Klinikum Landshut, das im Rahmen der „Aktion Saubere Hände das Zertifikat Silber“ erhalten hat.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

Kommentar hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte geben Sie Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse an. Weitere Pflichtfelder sind markiert.*