“Jesus Christ Superstar”: Das legendäre Musical von Andrew Lloyd Webber ist im April zweimal im Theaterzelt zu sehen

“Jesus Christ Superstar”: Das legendäre Musical von Andrew Lloyd Webber ist im April zweimal im Theaterzelt zu sehen

Jesus im Zentrum einer Rock-Oper? Was in den 70er Jahren noch gewagt erschien, gehört heute zum Kanon der Musicalliteratur. Unerhört modern und extrem ohrwurmhaltig sind Text und Musik von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice bis heute geblieben. Das Landestheater Niederbayern bringt eine Neuinszenierung des Klassikers „Jesus Christ Superstar“ heraus. Im April gibt es im Theaterzelt zwei Aufführungen – am Samstag, 15., um 19.30 Uhr und am Sonntag, 17., um 16 Uhr. Zu sehen und zu hören sind u.a.: Andreas Schneider/ Jeffrey Nardone als Jesus, Tobias Ulrich als Judas und Nadine Germann als Maria Magdalena.

Gott ist Mensch geworden. Jesus aber ist hier kein überhöhtes, entrücktes Wesen, sondern ein ganz normales Individuum mit Hoffnungen, Zweifeln und Ängsten. Wir durchleben mit ihm die letzten sieben Tage seines irdischen Dasein, vom Einzug in Jerusalem über das Letzte Abendmahl und den Verrat des Judas bis zur Geißelung und Kreuzigung. Judas als die heimliche Hauptfigur des Stückes ist nicht so sehr Verräter als vielmehr Warner vor der Vereinnahmung Jesu durch die Massen. Die Stilisierung des Gefährten, der seine eigentliche Mission zu vergessen scheint, betrachtet Judas zunehmend mit Sorge, auch weil er fürchtet, dass die Situation bald eskalieren könnte. Und er behält Recht damit: Als sich die Stimmung im Volk dreht, sind es die gleichen Menschen, die eben noch ihrem Superstar zujubelten, die jetzt seine Kreuzigung verlangen. Jesus muss das grausamste vorstellbare Leiden, das langsame Sterben am Kreuz, erdulden, um den Menschen zu erlösen.

Für Landestheater-Intendant Stefan Tilch, der „Jesus Christ Superstar“ zwischen historischem Passionsspiel und Moderne in Szene setzen wird, handelt es sich zweifellos um eine der größten Geschichten der Menschheit. „Religion als solche ist eine wunderbare Sache. Es ist kein Wunder, dass sich zu allen Zeiten und bis in jeden Winkel der Erde hinein Religionen entwickelt haben, es scheint ein Urbedürfnis des Menschen zu sein, an etwas Höheres zu glauben. Problematisch wird es erst dort, wo sich Hierarchien herausbilden und persönliche Befindlichkeiten ins Spiel kommen, die die Religion korrumpieren.“





Jesus wird alternierend von Jeffrey Nardone und Andreas Schneider gesungen. Als Judas und Maria Magdalena kehren Tobias Ulrich und Nadine Germann ans Landestheater Niederbayern zurück. In weiteren Rollen: Szymon Chojnacki (Kaiphas), Mathew Habib (Annas), Peter Tilch (Pilatus), Oscar Imhoff (Herodes). Das Bühnenbild gestaltet Karlheinz Beer, die Kostüme Dorothee Schumacher, für die Choreografie ist Evgenia Itkina verantwortlich. Es spielt die Niederbayerische Philharmonie unter GMD Basil H. E. Coleman.

Im Bild v.li.: Peter Tilch (Pilatus) und Andreas Schneider (Jesus) – Foto: Peter Litvai/ Landestheater Niederbayern

 

Kategorien: Aktuell, Kultur

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