Jubel, Trubel, 3:2 nach Overtime: PJ Fenton schießt den EVL vor 5.211 Fans zum dritten Sieg gegen Kassel

Jubel, Trubel, 3:2 nach Overtime: PJ Fenton schießt den EVL vor 5.211 Fans zum dritten Sieg gegen Kassel

Der EVL ist noch einen Sieg vom Erreichen des Playoff-Halbfinals in der DEL 2 entfernt. Vor 5.211 Zuschauern im Eisstadion am Gutenbergweg gewann die Truppe von Toni Krinner Spiel 4 gegen die Kassel Huskies mit 3:2 nach Verlängerung und führt in der Serie damit 3:1. Das Game Winning Goal erzielte PJ Fenton nach 4 Minuten und 6 Sekunden der Overtime.

Wer nach den teils heftigen Szenen in den Spielen 2 und 3 bzw. nach den Scharmützeln der letzten 72 Stunden mit einem wilden, möglicherweise unfairen Match gerechnet hatte, sah sich anfangs komplett getäuscht. Sehr diszipliniert, partiell körperbetont, aber im Vergleich zum bisherigen Geschehen in dieser Serie geradezu lammfromm gingen beide Teams im 1. Drittel zu Werke.

Viel Geld hätte man vermutlich gewinnen können, wenn man in einem Wettbüro darauf gesetzt hätte, dass erst zwei Treffer fallen, bevor die erste Strafe verhängt wird. War aber so: Cody Thornton erzielte mit einem trockenen Schuss aus der Halbdistanz das 1:0 (14.), doch Connor Morrison brauchte vom Bully weg nicht mehr als 12 (!) Sekunden, um mit einer Einzelleistung für die Huskies zu egalisieren. Erst in der 18. Minute gab’s die erste Strafzeit (gegen Elia Ostwald), sie blieb ohne Folgen, mit 1:1 ging’s zum ersten Pausentee.





Routinier Andreas Geipel war es dann, der den EVL in der 24. Minute erneut in Front brachte. Die Gäste hatten auf dieses 2:1 im Mittelabschnitt keine Antwort mehr, obwohl sie von dessen letzten neun Minuten fünfeinhalb in Überzahl spielten. Größere Torchancen blieben für Kassel auch im Powerplay eher Mangelware, während Landshut mit Breaks mehr als einmal gefährlich zum Abschluss kam.

Die Huskies wirkten insgesamt nicht so frisch und spritzig wie in Spiel 2, als sie mit ihrem laufintensiven Spiel den EVL zumindest optisch oft schlecht aussehen ließen. Auf der anderen Seite stand an diesem Abend wieder ein echtes Krinner-Team: gut strukturiert, auf Fehlervermeidung fokussiert und darauf, aus den gar nicht so zahlreichen Chancen genug Kapital zu schlagen.

Dann das vermeintliche Schlussdrittel: Landshut blieb die bessere Mannschaft, hatte 78 Sekunden lang bei 5 gegen 3 die Chance zur Vorentscheidung, traf aber durch Geipel nur den Pfosten. Trotz dieser und noch weiterer vergebener EVL-Chancen hatte man nicht wirklich das Gefühl, Kassel könnte noch einmal in dieses Match zurückkehren. Dementsprechend prächtig war nun die Stimmung in der Halle.

Dann stehen noch 99 Sekunden auf der Uhr. Gästetrainer Rico Rossi nimmt eine Auszeit und holt den Keeper (heute: Jeff Frazee statt Mika Järvinen) vom Eis.

Eine Unterbrechung 75 Sekunden vor der Sirene: Rossi diskutiert mit dem Schiedsrichter, wird offenbar unwirsch – und bekommt eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt,

Noch 40 Sekunden: Kassel fährt in Unterzahl einen Angriff, produziert eine unübersichtliche Situation vor EVL-Goalie Tyler Weiman – und der verschiebt sein Gehäuse. Nach Meinung der Referees absichtlich, es gibt Penalty für die Huskies, und Topscorer Mike Collins verwertet eiskalt zum 2:2. Verlängerung.

In der Overtime spürt man: Der EVL will den verdienten Erfolg jetzt mit Verspätung perfekt machen. Und in der 65. Minute tatsächlich die Erlösung: In Überzahl passt Andreas Geipel mit ganz feinem Auge auf seinen besser postierten Teamkollegen, der hält den Schläger aus kurzer Entfernung hin: Tor, Sieg, grenzenloser Jubel. Der Hallensprecher sagt den Torschützen durch: „Unsere Nummer 25: PJ…“ – und den Namen „Fenton“, den der Gutenbergweg in diesem Moment hinausbrüllt, den werden sie in Auloh und in Bruckberg noch gehört haben.

Kategorien: Aktuell, Sport

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