KKI 1: Jetzt liegt die Genehmigung für den Rückbau vor – Betreiber PreussenElektra kalkuliert mit einer 1 Milliarde Euro Kosten und will schon im 2. Quartal anfangen

Der Rückbau von Block 1 des Kernkraftwerks Isar (KKI 1) kann starten: Laut einer Pressemitteilung von Betreiber PreussenElektra hat das bayerische Umweltministerium die Genehmigung nach § 7 Abs. 3 des Atomgesetzes zur Stilllegung und zum Abbau erteilt. Sie sei letzte Woche unterzeichnet, PreussenElektra übermittelt und der Kraftwerksleitung übergeben worden.

Das Unternehmen hatte die Stilllegung und den Abbau des KKI 1 im Mai 2012 beantragt. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens wurden ein ausführlicher Sicherheitsbericht, eine Kurzbeschreibung sowie eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung erstellt. Die Öffentlichkeit konnte diese Vorhabenbeschreibung einsehen. Einwendungen wurden während des Erörterungstermins im Juli 2014 behandelt.

„Für den Rückbau des Siedewasserreaktors veranschlagen wir ca. 15 Jahre“, so der für den Abbau des Kraftwerks verantwortliche Standortleiter Sebastian Wittmann. „Bevor wir mit dem Rückbau beginnen, müssen wir unsere Betriebsvorschriften an die Festlegungen der Genehmigung anpassen. Wir planen mit dem Rückbau der Anlage im zweiten Quartal zu beginnen“, so Wittmann weiter.





Alle Rückbauarbeiten konzentrieren sich zunächst auf den Abbau von Anlagenteilen und Versorgungseinrichtungen, die für den Restbetrieb nicht mehr benötigt werden. Für die Behandlung der Materialien ist ein Reststoff-Bearbeitungszentrum erforderlich, das im Maschinenhaus vom KKI 1 eingerichtet wird. Dort werden die demontierten Anlagenteile zerkleinert, dekontaminiert und freigemessen.

„Wir beginnen im Maschinenhaus, das im KKI 1 zum Kontrollbereich gehört, und arbeiten uns von dort über die angrenzenden Systeme langsam in Richtung Reaktorgebäude vor“, so Standortleiter Wittmann. „Der voranschreitende Abbau der Anlage wird nach außen erst sichtbar werden, wenn es gemeinsam mit dem zweiten Block des Kernkraftwerks (KKI 2) an den konventionellen Abriss geht. Dies wird voraussichtlich Mitte der 2030er Jahre der Fall sein.“

Für den Rückbau des KKI 1 veranschlagt PreussenElektra rund 1 Milliarde Euro. „Für die Finanzierung des Rückbaus haben wir bereits zu Leistungsbetriebszeiten vorgesorgt und Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet“, so Wittmann. PreussenElektra verfügt eigenen Angaben zufolge über umfangreiche Erfahrung und Know-how im Rückbau von Kernkraftwerken. Der nukleare Rückbau des Kernkraftwerks Würgassen beispielsweise, ebenfalls ein Siedewasserreaktor wie KKI 1, “konnte im August 2014 sicher und im vorgeplanten Budgetrahmen abgeschlossen werden”, heißt es in der Pressemitteilung.

„Uns ist durchaus bewusst, dass es ein großes Interesse seitens der Anwohner, der politisch Verantwortlichen und der Presse vor Ort gibt“, so der Assistent der Kraftwerksleitung, Bernd Gulich. „Wir werden diesem Informationsbedürfnis gerne nachkommen und über den Rückbaufortschritt kontinuierlich informieren. Hierfür haben wir für jede unserer Zielgruppen Formate entwickelt, beispielsweise möchten wir die Anwohner an Informationstagen über den Rückbau informieren.“

Der Block 1 des Kernkraftwerks Isar ging 1979 in Betrieb. Der Kraftwerksblock wurde im März 2011 im Rahmen des von der Bundesregierung verhängten Moratoriums mit sieben weiteren Anlagen in Deutschland abgeschaltet und verlor mit Inkrafttreten der 13. Novelle des Atomgesetzes die Berechtigung zum Leistungsbetrieb. Die Genehmigung wird auf den Internetseiten des Bayerischen Umweltministeriums (www.stmuv.bayern.de) veröffentlicht und liegt vom 28. Januar bis 10. Februar 2017 im Umweltministerium in München sowie in den Rathäusern der Gemeinden Essenbach und Niederaichbach zur Einsicht aus.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

Kommentar hinzufügen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte geben Sie Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse an. Weitere Pflichtfelder sind markiert.*