Künstlerhaus Ganslberg? „Stellen Sie sich vor, wir würden in New York Werbung machen…“: Alexander Putz sieht den Charme – und bleibt doch Realist

Künstlerhaus Ganslberg? „Stellen Sie sich vor, wir würden in New York Werbung machen…“: Alexander Putz sieht den Charme – und bleibt doch Realist

OB Alexander Putz steht dem Appell des Vereins Architektur und Kunst, Fritz Koenigs Ganslberg zu erhalten, mit behutsamer Sympathie und bedingtem Wohlwollen gegenüber. Dies ließ der Oberbürgermeister, der zugleich Vorsitzender des Vorstands der Koenig-Stiftung ist, auf Anfrage von Guten Morgen Landshut erkennen.

Wie berichtet, setzt sich Architektur und Kunst in einem offenen Brief dafür ein, den Ganslberg, wo der weltberühmte Bildhauer jahrzehntelang lebte und am 22. Februar 92- jährig starb, zu erhalten – als „Ausdruck der Persönlichkeit Koenigs, seines Lebens, seines Wirkens, seiner Geschichte“. Der flammende Appell dürfte nicht zuletzt aus Sorge verfasst worden sein, es sei ein Verkauf zu befürchten, womöglich gar in nicht allzu ferner Zukunft.

Letzteres sei nicht zutreffend, sagt der OB. Für den Stiftungsvorstand bestehe im Moment „gar kein Druck“ zu handeln. Mit Sicherheit werde man den Ganslberg „nicht leichtfertig veräußern“. Erste Priorität habe zunächst ohnehin die Testamentsvollstreckung, die wohl zwei, drei Monate dauern werde.





Der Vorschlag von Architektur und Kunst, den Ganslberg als charismatischen Ort für nachfolgende Künstlergenerationen zu erhalten, sei „nichts Neues“, so Putz. Es habe schon „viele Beiträge von vielen Seiten“ gegeben, u.a. habe ihm Dieter Wieland einen Brief in dieser Anlegenheit geschrieben. Der OB deutet an, solchen Initiativen persönlich durchaus etwas abgewinnen zu können – er sagt jedoch klipp und klar: Um ein derart ambitioniertes Projekt zu stemmen, müsse sich eine ebenso engagierte wie potente Trägerschaft formieren, von der er im Moment nur soviel wisse: „Die Stadt kann es nicht machen, und die Stiftung kann es nicht machen.“

Aber Putz sieht sehr wohl den enormen Charme und die großen Chancen, die ein Künstlerhaus Ganslberg böte. Für einen kurzen Moment lässt er die Gedanken fliegen: „Stellen Sie sich doch mal vor, wir würden in New York Werbung dafür machen, dass Studenten hierher kommen“ – an jenen Ort, wo Fritz Koenig seine legendäre Große Kugelkaryatide erschaffen hat, die den 11. September 2001 im World Trade Center auf wundersame Weise überstanden hat.

Kategorien: Aktuell, Kultur

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