Louisa Stroux und Sebastian Gerasch zum letzten Mal in “Gift”: Wer zu sich selbst will, muss durch den Schmerz hindurch

Louisa Stroux und Sebastian Gerasch zum letzten Mal in “Gift”: Wer zu sich selbst will, muss durch den Schmerz hindurch

Am kommenden Sonntag, 7. Mai, 19 Uhr, wird im kleinen Theater zum letzten Mal “Gift. Eine Ehegeschichte” von Lot Vekemans gegeben. Unter der Regie von Sven Grunert spielen Louisa Stroux und Sebastian Gerasch (Bild).

Wer zu sich selbst will, muss durch den Schmerz hindurch. Wer auf diesem Weg inne hält, droht, für immer im Schmerz stecken zu bleiben. Die niederländische Autorin Lot Vekemans geht in ihrem Zwei-Personen-Stück „Gift“ mitten hinein in diesen Prozess, genau beobachtend und scharf analysierend. Ihr intensives Dialog-Gewitter erzählt von einem namenlosen Mann und einer namenlosen Frau, die vor neun Jahren ihr Kind verloren haben. Dann sich selbst. Dann einander. In der Millenniums-Silvesternacht 1999 ging die Tür zwischen ihnen zu, seitdem wurde sie nie mehr geöffnet. Nun treffen sie sich wieder: auf dem Friedhof. Der tote Sohn muss umgebettet werden, im Boden soll Gift gefunden worden sein. Ein Dialog beginnt, wie ein Tauchgang in die Untiefen der gemeinsamen Vergangenheit, durch die vielen Schichten des Schmerzes hindurch geht es auf- und abwärts…

Lot Vekemans beschreibt die Unmöglichkeit einer Zukunft, wenn sie keine klar abgeschlossene Vergangenheit hat. Im Sprechen und Aussprechen von Gedanken, im schmerzvollen Dialog der Erinnerung durchbrechen Mann und Frau die Schranken, die sich durch Schuld und Vorwürfe, Leid und Entfremdung aufgebaut haben – bis sie im Hier und Jetzt ankommen. Und dort setzt der Text schließlich das zentrale Zeichen: Bei sich sein kann der Mensch nur dann, wenn er ganz und gar in seiner Gegenwart angekommen ist. Da keimt, nach so viel Trauer, plötzlich Hoffnung.





Kategorien: Aktuell, Kultur

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