Pläne für Stromautobahnen werden konkreter: Für MdL Radlmeier (CSU) gilt bei der Trasse die Devise “Mensch vor Maus” – Kollege Aiwanger (FW) rechnet mit Scheitern des Projekts

Pläne für Stromautobahnen werden konkreter: Für MdL Radlmeier (CSU) gilt bei der Trasse die Devise “Mensch vor Maus” – Kollege Aiwanger (FW) rechnet mit Scheitern des Projekts

Die Netzbetreiber Tennet, 50Hertz und TransnetBW reichen für die Stromtrassen SuedLink und SuedOstLink Anträge bei der Bundesnetzagentur ein, die einen ca. 500 bis 1.000 Meter breiten Vorschlagskorridor und Alternativen enthalten. Wie berichtet, sollen die “Stromautobahnen” vor dem Hintergrund des Atomausstiegs Strom aus dem windreichen Norden in den Süden Deutschlands leiten.

Dazu CSU-MdL Helmut Radlmeier aus Landshut: „Wir kennen nun die konkreten Vorschläge der Übertragungsnetzbetreiber. In den nächsten Monaten führt die Bundesnetzagentur detaillierte Untersuchungen und eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung durch, um den verträglichsten Korridor für Mensch und Natur festzulegen. Wir können die örtlichen Belange in diesen Prozess einbringen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung startet mit Antragskonferenzen in den Regionen von Mai bis Juli 2017. Für mich gilt hier klar: Mensch vor Maus.“

Noch vor Beginn des offiziellen Genehmigungsverfahrens hatten die Übertragungsnetzbetreiber “auf Druck Bayerns”, so Radlmeier (Bild), im Herbst 2016 ein mögliches Leitungskorridornetz vorgelegt und die Vorschläge intensiv mit verschiedenen Interessengruppen und der Bevölkerung vor Ort diskutiert. „Die frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit, die Energieministerin Ilse Aigner und Staatssekretär Franz Josef Pschierer durchgesetzt haben, hat zu einer Versachlichung der Diskussion um die Gleichstromleitungen beigetragen. Die Bürger konnten ihre Ortskenntnis einbringen und erste Hinweise für die Planung der Erdkabelvorhaben geben“, so Radlmeier weiter.





Die bisher entwickelten Korridore, so der Abgeordnete, seien Ausgangspunkt für das nun anstehende Genehmigungsverfahren und für die weiteren Detailuntersuchungen. Sie seien noch keine Vorfestlegung. In der Bundesfachplanung würden die betroffenen Räume nun genauer untersucht. Die Belange des Artenschutzes spielten beispielsweise erst jetzt auf der Ebene der Bundesfachplanung und der Planfeststellung eine Rolle.

Voraussichtlich Ende 2018 werde die Bundesnetzagentur die Bundesfachplanung abschließen und einen Leitungskorridor mit ca. 500 bis 1.000 Metern Breite verbindlich festlegen. Die weitere parzellenscharfe Feinplanung für das Leitungsvorhaben erfolge im anschließenden Planfeststellungsverfahren. Erst nach dessen Abschluss stünden die betroffenen Kommunen und Grundeigentümer endgültig fest. Parallel zum Planungsprozess, so Radlmeier, werde die Staatsregierung Gespräche führen, um für die vom Leitungsbau betroffenen Grundstückseigentümer eine Regelung “für eine angemessene und faire Entschädigung” zu finden.

Auch Hubert Aiwanger, der Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, hat am Nachmittag zum Trassenverlauf von SuedLink/ SuedOstLink Stellung genommen:  “Trotz einer groß angekündigten Transparenzoffensive wird vor der Landtagswahl 2018 kein konkreter Verlauf der umstrittenen Stromtrassen SüdLink und SüdOstLink feststehen. Das Endstück des SüdOstLink Magdeburg-Landshut wird in etwa aus dem Raum Regensburg über Mallersdorf-Laberweinting-Ergoldsbach nach Ohu gehen. Denkbar, aber aufgrund der längeren Strecke weniger wahrscheinlich wäre auch der Verlauf entlang der B15 neu bis Essenbach/ Ohu.”

Die Erdverkabelung bedeute einen großen Eingriff in den Boden, die rund 20 Meter breiten Trassenkorridore müssten etwa bei der Durchquerung von Wald baumfrei gehalten werden. Mit einer Fertigstellung der Stromleitungen sei nicht vor 2025 zu rechnen. Aiwanger: “Ich rechne aufgrund des zu erwartenden berechtigten Widerstands gegen dieses Projekt mit einer deutlich späteren Fertigstellung und sogar mit dem Scheitern. Zur sicheren Energieversorgung Bayerns sollten wir besser auf regionale Versorgung setzen.”

 

 

 

Kategorien: Aktuell, Politik

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