Radlmeier besucht Oßner – aber warum eigentlich? „Um die Region zukunftsfest zu machen“, heißt es – Guten Morgen Landshut hat genau hingeschaut

Radlmeier besucht Oßner – aber warum eigentlich? „Um die Region zukunftsfest zu machen“, heißt es – Guten Morgen Landshut hat genau hingeschaut

Treffen sich zwei CSU-Abgeordnete und unterhalten sich. An dieser Stelle könnte die Geschichte schon zu Ende sein.

Ist sie aber nicht. Die beiden Landshuter Volksvertreter in Bundes- und Landtag, Florian Oßner und Helmut Radlmeier, haben sich nämlich nicht nur getroffen und unterhalten, sondern darüber auch eine ausgedehnte Pressemitteilung geschrieben. Dass aus Sicht der Teilnehmer Dinge von großer Bedeutung und Tragweite besprochen wurden, macht schon der Vorspann deutlich, wo es wörtlich heißt: „Um die Region zukunftsfest zu machen, besuchte Radlmeier Bundestagsabgeordneten Florian Oßner, der im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bundestag sitzt, in seinem Bürgerbüro in Landshut.“

Ansonsten enthält der Text rund um das Thema Mobilität nicht viel Neues. Guten Morgen Landshut hat sich deshalb mal das beigefügte Foto mit den beiden Abgeordneten (siehe oben) etwas genauer angeschaut: Was könnte uns dieses Bild sagen wollen?





1. Im Bundestag trägt man Krawatte und hat einen ziemlich schicken Kugelschreiber zur Hand. Im Landtag zweimal Fehlanzeige.

2. Die Jalousie ist mindestens zu drei Vierteln heruntergelassen. Hatten die beiden Herren womöglich noch mehr zu besprechen als A 92, B 15, LA 14 und die altbekannten Themen? Konspiratives gar…?

3. Neben der Kerze liegt ein Geschenk. Dieses hatte Oßner unbestätigten Gerüchten zufolge nach der harmonischen Ausrufung von Angela Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin von CDU und CSU spontan ans Bundeskanzleramt geschickt; leider kam es von den spaßbefreiten Ministerialen ungeöffnet zurück, samt der schwarz-rot-gold schimmernden Schleife. Schade eigentlich.

4. Und dann wäre da noch das Flugzeug-Modell am Schreibtisch. Bestimmt ein symbolträchtiger Hinweis auf die engagierten Bemühungen Oßners, die historische Lufthansa-Maschine „Landshut“ nach Landshut zu holen. Oder?

Sei’s drum. Vielleicht liegt ja der wahre Wert bzw. die tatsächliche Botschaft des Radlmeier-Oßner-Rendezvous’ im Verborgenen – also in dem, was man weder Bild noch Thema oder Vorspann der Pressemitteilung entnehmen kann. Dann gäbe es im wesentlichen zwei Interpretationsansätze:

Variante 1: Die zwei CSU’ler wollten sich, solange das noch geht, über die hiesigen Grünen lustig machen – wohlwissend, dass deren Landtagsabgeordnete, um den Landshuter Bundestagsabgeordneten zu besuchen, bis nach Hamburg reisen müsste (wo Thomas Gambke inzwischen lebt).

Variante 2: Radlmeier und Oßner üben demonstrativ den innerparteilichen Schulterschluss – ohne Florian Hölzl, den anderen CSU-Landtagsabgeordneten aus der Region. Ein Fingerzeig?

Oder wird demnächst Oßner Hölzl besuchen? Und dann Hölzl Radlmeier? Last not least: Wer besucht eigentlich Haslinger?? Alles scheint möglich in diesen stürmischen politischen Zeiten. Wir bleiben dran, versprochen.

Michael Stolzenberg 

Kategorien: Aktuell, Meinung, Politik

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