Rebecca Miß macht’s vor: So wird die Ausbildung in Teilzeit zur Erfolgsstory

Rebecca Miß macht’s vor: So wird die Ausbildung in Teilzeit zur Erfolgsstory

Mehr Ausbildungsstellen – weniger Bewerber: Dieser Trend der vergangenen Jahre setzt sich auch heuer weiter fort. Das zeigen die aktuellen Ausbildungsmarktdaten.

Ingrid Huber, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter Landshut- Stadt, ermutigt die Unternehmen, sich auf die neue Situation einzustellen. Statt sich nur auf die klassischen Schulabgänger als künftige Auszubildende zu konzentrieren, müsse der Blickwinkel verstärkt auf andere Personengruppen gerichtet werden. Huber: “Junge Erwachsene mit Kindern, denen eine Chance für eine Berufsausbildung gegeben wird, sind die motivierten Fachkräfte von morgen.”

Das kann Tashina Steinke, Inhaberin der Aral-Tankstelle in der Niedermayerstraße in Landshut, nur bestätigen. Seit September 2016 macht Rebecca Miß, 29, bei ihr eine Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel. Da sie eine 4-jährige Tochter hat, macht sie die Ausbildung in Teilzeit. Sie arbeitet von Montag bis Freitag 6 Stunden täglich. „Während eines Praktikums hat sie mich von ihrer Arbeitsleistung und ihrer Motivation überzeugt, so dass ich sie schließlich als Auszubildende eingestellt habe. Durch die Teilzeit hat sie die Möglichkeit, Ausbildung und Kindererziehung zu vereinbaren. Ich bilde bereits zum zweiten Mal eine junge Mutter in Teilzeit aus und habe nur beste Erfahrungen gemacht. Die Auszubildenden sind nicht nur dankbar, sondern legen auch eine hohe Motivation an den Tag“, so Tashina Steinke.





Rebecca Miß ist sehr glücklich, dass es mit dieser Ausbildungsstelle geklappt hat, schließlich hatte sie bereits zwei Versuche unternommen, damals noch ohne Kind. „Als ich noch jünger war, war mir die Bedeutung einer Ausbildung noch nicht so bewusst. Heute habe ich Verantwortung für mich und meine Tochter. Wenn ich das jetzt nicht durchziehe, dann ist die Chance auf einen Berufsabschluss ein für alle Mal vertan. Mir ist es wichtig, für meine Tochter ein Vorbild zu sein. Ohne Abschluss ist es auf Dauer sehr schwierig, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. “ so Rebecca Miß.

Die abwechslungsreiche Arbeit in der Tankstelle macht ihr Spaß. Von der Warenbestellung über den Verkauf bis hin zu Bürotätigkeiten habe sie viel zu tun. Die Kinderbetreuung sei gut organisiert, sie bekomme Unterstützung von der Familie. Natürlich sei es mit Betreuungspflichten schwieriger, das alles zu organisieren. Bis jetzt habe es aber immer geklappt.

An diesem Beispiel möchte die Agentur für Arbeit und das Jobcenter auf das Potenzial der Jahrgänge zwischen 25 und 35 Jahren hinweisen, die wegen Kindererziehung keine abgeschlossene Ausbildung haben oder im bisherigen Beruf nicht mehr Fuß fassen können: Sie seien in der Regel motiviert und lebenserfahren und hätten noch 30 Berufsjahre als Fachkraft vor sich. Damit Familie und neue Berufsausbildung gut vereinbart werden können, sollten mehr Unternehmen von der Möglichkeit der Teilzeitausbildung Gebrauch machen, wünscht sich Ingrid Huber. Schon seit 2005 lässt das Berufsbildungsgesetz diese Form der Ausbildung zu. Betrieb und Auszubildender einigen sich auf eine Ausbildungszeit von mindestens 25 Stunden einschließlich des Berufsschulunterrichts, ohne dass sich die gesamte Ausbildungsdauer dadurch verlängert.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

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