“Rückwärtsgewandt, unsinnig, unbezahlbar”: Harte Kritik der Grünen am neuen Vorstoß für die Westtangente

“Rückwärtsgewandt, unsinnig, unbezahlbar”: Harte Kritik der Grünen am neuen Vorstoß für die Westtangente

Grünen-MdB Thomas Gambke ist überzeugt: „Die Digitalisierung und das Internet werden die Mobilität in den kommenden Jahren revolutionieren.“ Auf der Kreisversammlung der Landshuter Grünen skizzierte er die aktuellen Entwicklungen.

Anonymisierte Daten ermöglichten schon heute präzise Aussage darüber, welche Pendler, welche Schüler aus welchen Ortsteilen wann welche Ziele ansteuerten. So könne der ÖPNV genau die Transporte zur Verfügung stellen, die benötigt würden. Diese „nachfragesteuerte Mobilität“ ermögliche zielgenaue und ökologisch sinnvolle Angebote. Das „Mama-Taxi“ werde durch den Kleinbus ersetzt, der den einzelnen von zu Hause abhole und an sein Wunschziel bringe. Fahrten würden gebündelt und Leefahrten vermieden. Und das Ganze zu absolut moderaten Preisen. Damit sei  die „nachfragesteuerte Mobilität“ eine echte Alternative gerade in ländlichen Räumen, in denen ein ÖPNV mit Bussen aus Kostengründen nicht zu realisieren sei.

Dieses Modell biete sich auch für Landshut mit seiner hohen Pendlerquote an. „Drei Fahrzeuge mit fünf Plätzen ersetzen 97 Pkw“, so Gambke (Bildmitte).  Auf einer nächsten Stufe werde dann das eigene Fahrzeug durch das automatisch gelenkte Fahrzeug abgelöst werden. „Fahren statt besitzen“ – sei die Devise.  „Das wird zu einer dramatischen Abnahme des ruhenden Verkehrs führen, unsere Innenstädte werden in einigen Jahren wieder richtig attraktiv werden“, betont Gambke. Kommunen seien gut beraten, bei ihren Verkehrs- und Straßenplanungen diese Veränderungen zu berücksichtigen.





Die aktuelle Diskussion um die Westtangente nannte Gambke rückwärtsgewandt.  „Die Umsetzung einer Straße dauert 10 bis 20 Jahre. In dieser Zeit kann die Stadt mit dem Landkreis einen wirklich attraktiven ÖPNV auf den Weg bringen, der die individuellen Wünsche jederzeit bedient und trotzdem kostengünstig ist“. Der größte Gewinn wäre der Erhalt der wertvollen Isarauen als Erholungsgebiet in einer Stadt mit hohem Baudruck ergänzte Kreisvorsitzende Hedwig Borgmann. Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine Westtangente wie im aktuellen Bürgerbegehren keinen Gewinn bringe. Sie beginne in der Stadt, ende an der B 11 – und am Kupfereck staue sich der Verkehr dann wieder. „Unsinnig und unbezahlbar“, betonte  Stadträtin Sigi Hagl. „Angesichts der Schulneubauten und der anstehenden Sanierungen ist eine solche Straße im Haushalt überhaupt nicht darstellbar. Zumal die realen Kosten sicher weitaus höher sein werden als die genannten 30 Millionen.“

 

Kategorien: Aktuell, Politik

Kommentare

  1. Mein Gott, Gamke, ...
    Mein Gott, Gamke, ... 12 Februar, 2017, 20:12

    … was soll dieses Geschwurbele über Technologien und Systeme, die es noch nicht gibt? Aber genau das ist typisch für die Grünen: Da werden apodiktische Aussagen getroffen, die grundsätzlich auf noch nicht alltagstauglichen oder gar noch nicht einmal vorhandenen Technologien getroffen – dass der Bürger dann wahrweise die nächsten 30 Jahre im Stau steht oder den Verkehr an der Haustüre vorbei ertragen muss? Egal, bei den Grünen kommt immer erst die Ideologie und dann der Mensch.

    Und: “Anonymisierte Daten ermöglichten schon heute präzise Aussage darüber, welche Pendler, welche Schüler aus welchen Ortsteilen wann welche Ziele ansteuerten.” Da möcht ich die Grünen plärren hören, wenn flächendeckend Daten über Bürger gesammelt werden! Insofern: Für einen Grünen “ersetzen drei Fahrzeuge mit fünf Plätzen 97 Pkw“” – aber leider nur, wenn die betreffenden Passagiere nicht zeitgleich mit den 97 Fahrzeugen zu ihrer Arbeitsstätte fahren müssen. Das mag vielleicht funktionieren im Erfahrungsbereich der Grünen (Planstellenbesetzer in der öffentlichen Verwaltung), trifft aber leider nicht die Realität von Zehntausenden Arbeitnehmern, die zur Ladenöffnungzeit oder zum Schichtbeginn an ihrem Arbeitsplatz sein müssen.

    Dass der Bürger diesen technischen Laientheorien und dem Versprechen einer zentralen Lenkung nicht auf den Leim gehen, hat die OB-Wahl in Landshut gezeigt. Lustig ist nur, dass die Grünen zu diesem Thema absolut erkenntnisrestistent sind. Weiter so!

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