“Schneiden – Sägen – Drucken”: Gisela Griem und Johanna Obermüller stellen in der Produzentengalerie aus

“Schneiden – Sägen – Drucken”: Gisela Griem und Johanna Obermüller stellen in der Produzentengalerie aus

Druckgrafik und dreidimensionale Holzobjekte stehen im Zentrum der neuen Ausstellung in der Produzentengalerie. Am morgigen Samstag um 19.30 Uhr findet die Vernissage zu „Schneiden – Sägen – Drucken“ statt.

Die Natur ist für die Künstlerin Gisela Griem ihr Lebenselixier (Bild). Ob sie wandert oder im Garten arbeitet, sie sieht das Licht, das Wachsen und die Veränderung. Diese starke Wahrnehmung der Natur reflektiert sie in Form von Holz- und Linolschnitten, Radierungen und Collagen. In ihrer Interpretation übt sie dabei geradezu asketische Zurückhaltung. Die Linie ist das bestimmende Element in ihrer Arbeit. Sie ist mehr als eine bloße Umrissform. Die Linie entwickelt eine Eigendynamik. Linien liegen nebeneinander oder überlagern sich, bündeln sich zu Form und Struktur und lassen Landschaften entstehen.

Johanna Obermüllers Affinität zur ostasiatischen Kunst tritt in ihrem Werk deutlich zutage. Die Papierarbeiten der Künstlerin erinnern an japanische Kalligrafie, haben aber nichts mit Schrift zu tun – wohl aber mit Form und  Dynamik. Bewusst wendet sich Obermüller gegen den europäischen Aktionismus. Das Produzieren um jeden Preis und die fortwährende Beschleunigung des Lebens lehnt sie ab. Bei ihr werden Bild und Objekt zum bewegten Ruheraum. Reduktion und Entschleunigung stehen der optischen Vermüllung unserer Seh-Welt gegenüber. Obermüllers Skulpturen dagegen sind raumgreifend und expressiv. Sie sind verortet zwischen Manga und Schießbudenfigur und vereinen dramatische Emotion mit berechnender Konstruktion. Johanna Obermüller ist eine der profiliertesten Künstlerinnen im bayerischen Raum. Immer wieder lotet sie die Möglichkeiten ihres Schaffens neu aus. Kunst ist für sie Wandel. 1976 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, 1980 den Förderpreis zum Lovis Corinth Preis und 2000 den Kulturpreis der Stadt Regensburg.





Die Einführung in die Werke der zwei Künstlerinnen spricht Georg Forster. Die Ausstellung dauert bis 30. April und ist geöffnet von Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

 

Kategorien: Aktuell, Kultur

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