Spannender Dialog: Fotograf Klaus von Gaffron (70) und Bildhauerin Paula Leal Olloqui (32) in der Neuen Galerie Landshut

Spannender Dialog: Fotograf Klaus von Gaffron (70) und Bildhauerin Paula Leal Olloqui (32) in der Neuen Galerie Landshut

Einen spannenden Dialog zweier sehr unterschiedlicher Künstler gibt es in der aktuellen Ausstellung der Neuen Galerie Landshut zu sehen, die am kommenden Freitag, 3. März, um 20 Uhr im Gotischen Stadel auf der Mühleninsel eröffnet wird.

„Hold it without ripping it“ lautet der rätselhafte Titel, unter dem der 70-jährige Fotograf Klaus von Gaffron und die fast vier Jahrzehnte jüngere Bildhauerin Paula Leal Olloqui ihre Arbeiten zeigen. Klaus von Gaffron ist in Landshut kein Unbekannter. Bereits vor mehr als 30 Jahren hat er eine der ersten Ausstellungen in der damaligen Galerie am Maxwehr bestritten und seither mehrmals in der Neuen Galerie Landshut ausgestellt. Gaffron, der sich auch als Kurator und als 1. Vorsitzender des Berufsverbands BBK München und Oberbayern einen Namen gemacht hat, ist für seine charakteristische Form der experimentellen Fotografie bekannt. Seine großformatigen Fotobilder wirken eher wie Gemälde als Fotografie.

Gaffron experimentiert mit Licht, sowohl analog als auch digital, um Sehgewohnheiten in Frage zu stellen und mit der Kamera spontane Phänomene herauszufiltern. Seine Motive sind Alltagsgegenstände, die er bis zur Auflösung der Formen verfremdet. In malerischer Unschärfe scheinen die Lichtreflexe die glatten Objekte zu entmaterialisieren, so dass ihre ursprüngliche Form kaum noch zu erkennen ist. In den neuesten Serien, die in der Ausstellung zu sehen sein werden, treibt er die Auflösung beinahe bis zum Äußersten, so dass nur noch vereinzelte Lichtpunkte in monochromen Flächen zurückbleiben oder gar nur die reine Farbfläche selbst. Den Bezug zur Realität muss der Betrachter selbst herstellen.





Einen ganz eigenen Bezug stellt die Bildhauerin Paula Leal Olloqui mit ihren Arbeiten her, und zwar zu den Fotobildern ebenso wie zum Ausstellungsraum selbst. In der Auseinandersetzung mit den Bildern einerseits und dem Raum andererseits entspinnt sich ein assoziatives, beinahe tänzelndes Spiel mit unterschiedlichen, oft „armen“ Materialien – Spanplatte, Wachs, Karton, aber auch handgeschöpftes Papier, Bronze, Zinn oder Blei, die sich zu labilen, oft sehr komplexen Gebilden verbinden. Dabei stellt sich auch für die spanische Künstlerin die Frage, wie weit sie das Spiel der verwendeten Materialien kontrollieren kann – und wie viel das Material von alleine macht.

Wie Gedankensplitter wirken die damit korrespondierenden Zeichnungen, in denen oft Text als ein immaterielles Gebilde die Grenzen ihrer Bildhauerei noch weiter ausdehnt. Auch diese Texte sind verdichtete Assoziationskonstrukte, die in die Zeit vor- und zurückgreifen und so den Raum um eine zusätzliche Dimension weiten. So ist die Ausstellung der beiden Künstler eine Einladung an den Betrachter, seinen eigenen Wahrnehmungen und Assoziationen zu folgen, diese festzuhalten und zugleich die Offenheit der Konstellationen auszuhalten – oder wie es der Ausstellungstitel formuliert: „Hold it without ripping it“.

Die Ausstellung dauert bis zum 26. März und ist geöffnet donnerstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Kategorien: Aktuell, Kultur

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