SPD-Trio bei der Agentur für Arbeit: Positiver Bericht von Chef Sascha Zirra – aber die Genossen äußern Bedenken in Sachen Zeitarbeit

SPD-Trio bei der Agentur für Arbeit: Positiver Bericht von Chef Sascha Zirra – aber die Genossen äußern Bedenken in Sachen Zeitarbeit

Eine SPD-Delegation mit Staatssekretär Florian Pronold, MdB Rita Hagl-Kehl und Stadträtin Anja König hat sich beim Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen, Sascha Zirra, über die aktuelle Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt informiert. „Der Arbeitsmarkt in Niederbayern profitiert erheblich von der EU-Osterweiterung. Ohne die Zuwanderung von Fachkräften könnten die Arbeit- geber ihren Arbeitskräftebedarf nicht decken. Die Beschäftigung wächst seit Jahren, und die Nachfrage der Betriebe nach Fachkräften ist weiter ungebrochen“, so Zirra.

Als Herausforderung wurden in diesem Zusammenhang der Fachkräfteengpass und die Herausforderung der Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte thematisiert. Großes Interesse zeigten die SPD-Besucher daran, wie die Agentur die Jobchancen von Flüchtlingen einschätze. Zirra zeichnete hier ein differenziertes Bild: Beispielsweise hätten zwar insbesondere viele Syrer eine gute Schulbildung, dennoch fehle meist die auf dem deutschen Arbeitsmarkt notwendige formale Berufsqualifizierung. Vor allem bei Jugendlichen sei der Weg in den ersten Arbeitsmarkt oft ein steiniger, der sich jedoch mittel- bis langfristig lohne. „Die meisten wollen arbeiten und produktiver Teil der Gesellschaft sein. Jetzt sind sie hier und wir machen das Beste da- raus“, so Zirra. Grundlage sei jedoch eine umfassende sprachliche Förderung. Ohne deutsche Sprachkenntnisse werde die Integration in Arbeit und Gesellschaft nicht gelingen.

Die SPD-Vertreter waren grundsätzlich erfreut über den “positiven Bericht”, äußerten jedoch Bedenken darüber, dass Zeitarbeitsfirmen die größten Nachfrager auf dem Arbeitsmarkt seien. „Wir wollen gerade hier in Zukunft eine Eindämmung erreichen, weil die Leiharbeit in einigen Branchen geradezu missbraucht wird.“, betonte Anja König. Leiharbeit solle dafür benutzt werden, wozu sie auch gedacht sei, für Produktionsspitzen, massive Krankheitsausfälle oder bei Mutterschaftsvertretungen. Auch bei der Bezahlung seien noch die Mehrzahl der Leiharbeitnehmer äußerst benachteiligt, wusste Rita Hagl-Kehl zu berichten, die Regelung, dass nach neun Monaten gleicher Lohn wie für die Stammbelegschaft gezahlt werden müsse, werde durch früheren Austausch der Arbeitskräfte häufig umgangen.





Kategorien: Aktuell, Politik

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