Vom Wandel der Zeit: Anton Tschechows moderner Klassiker „Der Kirschgarten“ unter der Regie von André Bücker im Theaterzelt

Vom Wandel der Zeit: Anton Tschechows moderner Klassiker „Der Kirschgarten“ unter der Regie von André Bücker im Theaterzelt

Es gibt Zeiten, in denen sich ein großer gesellschaftlicher Wandel vollzieht: Während alte Strukturen immer mehr auseinanderfallen, steht ein neues Gesellschaftsbild schon bereit, um seinen unaufhaltsamen Siegeszug anzutreten. Vor genau diesen Hintergrund hat der große russische Dramatiker Anton Tschechow seine inzwischen zum Klassiker gewordene Komödie „Der Kirschgarten“ gestellt. Am ersten Mai-Wochenende ist sie unter der Regie von André Bücker zweimal im Landshuter Theaterzelt zu sehen – am Freitag, 5., und Samstag, 6., jeweils um 19.30 Uhr.

Die Gutsbesitzerin Ranjewskaja kehrt nach Jahren in Paris auf ihren russischen Landsitz zurück. Zwar ist die adelige Familie total bankrott, ein Verkauf des Guts mit seinem prächtigen Kirschgarten jedoch wird kategorisch abgelehnt. Anstatt sich mit diesem realen Problem zu beschäftigen, vertreibt man sich die Zeit mit Billard spielen, Anekdoten aus der Vergangenheit und den Beziehungen der Töchter. Es kommt, wie es kommen muss: Der Kirschgarten wird versteigert. Der neue Besitzer, Lopachin, ist auch der Vorbote einer neuen Zeit. War sein Vater noch Leibeigener der Adelsfamilie, verkörpert er nun das aufstrebende Bürgertum – eine Momentaufnahme vom Wandel der Zeit.

„Der Kirschgarten“ gehört zu Tschechows großen Dramen, die er in seinen letzten Lebensjahren für das Moskauer Künstlertheater schrieb, die vielleicht bedeutendste Avantgarde-Bühne der damaligen Zeit. Hier wurden insbesondere Stücke des Naturalismus gespielt, die das Seelenleben der Figuren in den Vordergrund stellen. Auch in der Neuinszenierung des „Kirschgarten“ am Landestheater Niederbayern erkundet Regisseur André Bücker, der in dieser Spielzeit bereits für die Oper „La Wally“ verantwortlich zeichnete und ab der kommenden Spielzeit Intendant des Theaters Augsburg sein wird, die Psychologie dieses Werkes. Unterstützt wird er dabei von Bühnenbildner Jan Steigert, der einen symbolischen Raum für dieses Stück entworfen hat, und Kostümbildnerin Suse Tobisch.





In der Hauptrolle der Ranjewskaja ist Paula-Maria Kirschner zu sehen, David Moorbach wird den Vertreter der neuen Zeit, Lopachin, spielen. In weiteren Rollen sind Laura Puscheck, Antonia Reidel, Ines Schmiedt, Ella Schulz, Jochen Decker, Julian Niedermeier, Andreas Schneider, Olaf Schürmann und Joachim Vollrath zu sehen. Mit der Figur des Gutsherren Pischtschik gibt das neue Ensemblemitglied Stefan Sieh seinen Einstand am Landestheater Niederbayern.

Im Bild v.li.: Ines Schmiedt (Warja), Paula-Maria Kirschner (Ranewskaja), Ella Schulz (Anja) – Foto: Peter Litvai/ Landestheater Niederbayern

 

 

Kategorien: Aktuell, Kultur

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