Weil Niederbayern (junge) Ärzte braucht: Der Bezirk gewährt jährlich fünf Stipendien für Medizinstudenten

Weil Niederbayern (junge) Ärzte braucht: Der Bezirk gewährt jährlich fünf Stipendien für Medizinstudenten

Niederbayern braucht junge engagierte Ärzte. Der Bezirk Niederbayern setzt sich daher für den ärztlichen Nachwuchs ein und gewährt ab sofort jährlich bis zu fünf Stipendien für Medizinstudenten. Der Stipendiat bzw. die Stipendiatin erhält ab dem ersten Studienjahr monatlich 550 Euro. Dies hat der Bezirksausschuss im Februar beschlossen. Seither gingen zahlreiche Anfragen und auch Bewerbungen für das Stipendium ein.

Dieses ist an das Medizinstudium an der Partner-Universität Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (Niederösterreich) gebunden. Bewerbungsschluss für das kommende Wintersemester dort ist am 23. April. Zugangsvoraussetzung für das Medizinstudium an der Karl Landsteiner Universität in Krems ist die allgemeine Hochschulreife. Es gibt keinen Numerus Clausus aufgrund von Schulnoten, sondern einen eignungsdiagnostischen Test, der auf das Qualifikationsprofil der künftigen Medizinstudenten abgestimmt ist.

„Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass viele engagierte junge Niederbayerinnen und Niederbayern gerne Medizin studieren wollen. Aber vielen von Ihnen bleibt wegen der extrem hohen Zugangsvoraussetzungen ein Medizinstudium an deutschen Hochschulen verwehrt. Zudem gibt es bisher keine Möglichkeit, in Niederbayern Medizin zu studieren. Viele Abiturientinnen und Abiturienten gehen daher fürs Medizinstudium an Privatuniversitäten, nach Österreich oder teilweise noch viel weiter weg; was jedoch zu hohen finanziellen Belastungen führt“, so Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich. „Hier will der Bezirk Niederbayern unterstützen: Jungen engagierten Menschen, die als Arzt beziehungsweise Ärztin in Niederbayern tätig werden wollen, wird der Bezirk Niederbayern mit einem Stipendium unter die Arme greifen. Wir bieten ab sofort für Medizinstudierende der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems ein Stipendienprogramm an.“





Voraussetzungen für den Erhalt des Stipendiums durch den Bezirk Niederbayern sind u.a.: ein persönlicher Bezug zum Bezirk Niederbayern, die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren der Karl Landsteiner Privatuniversität für den Bachelor-Studiengang Health Sciences bzw. für den Master-Studiengang Humanmedizin und eine Verpflichtungserklärung zur ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus des Bezirks Niederbayern nach dem erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums, z.B. als Assistenzarzt.

Die Stipendiaten sollen während des Studiums eng durch den Bezirk begleitet werden. Die Auswahl der Stipendiaten wird durch ein Auswahlgremium erfolgen. Das Stipendium ermöglicht neben der finanziellen Unterstützung, bereits während des Studiums die Bezirkskrankenhäuser in Niederbayern kennenzulernen und später hier als Arzt tätig zu werden. „Für die Kooperation mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems haben wir uns aufgrund des sehr guten Renommees der Universität, die unter anderem vom Land Niederösterreich finanziert wird, entschieden. Das Studium findet dort sehr praxisorientiert und in Kleingruppen statt“, informiert Heinrich. „Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Stipendienprogramm eine sehr gute Medizinerausbildung unterstützen.“

Dass der Bedarf an gut ausgebildeten jungen Ärzten groß ist, betonen auch die Ärztlichen Direktoren der niederbayerischen Bezirkskrankenhäuser. Sie begrüßen daher das Stipendienprogramm. „Die Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung steigt immer weiter, gleichzeitig sind wir in Deutschland mit einem Ärztemangel konfrontiert“, so Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut. „Dieser Ärztemangel zeigt sich unter anderem darin, dass wir auf Stellenanzeigen für Assistenzärzte und Oberärzte kaum geeignete Bewerbungen erhalten. Daher ist das geplante Stipendienprogramm eine große Chance, junge engagierte Ärzte für die niederbayerischen Kliniken zu gewinnen.“

„Gerade im ländlichen Raum benötigen wir dringend junge Ärzte, um auch künftig die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können“, betont Bezirkstagspräsident Heinrich. „Der demographische Wandel bringt für uns zahlreiche Herausforderungen mit sich: Zum einen nimmt in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu, zum anderen hat sich die Altersstruktur in der Ärzteschaft verändert. Schon jetzt sind mehr als 30 Prozent der bayerischen Hausärzte 60 Jahre oder älter. Eine ähnliche Tendenz gibt es bei den Fachärzten. Vor allem aber im Bereich der Allgemeinmedizin, der Nachwuchsgewinnung in ländlichen Regionen und der psychiatrischen Versorgung besteht Handlungsbedarf. Der Bedarf – zum Beispiel auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie – steigt kontinuierlich an. Gleichzeitig haben wir in Niederbayern einen enormen Nachwuchsmangel im ärztlichen Bereich zu verzeichnen. Und dies obwohl viele engagierte Abiturienten gerne Medizin studieren wollen. Hier will der Bezirk Abhilfe schaffen.“

Im Bild: Prof. Dr. Wolfgang Schreiber (li.), Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Mainkofen, und Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich (re.) freuen sich ebenso wie Prof. Dr. Hermann Spießl (nicht im Bild), Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut, auf die Bewerbungen der Medizinstudenten. – Foto: Bezirk Niederbayern

 

 

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