Nashorn Tsavo ist schon 40 und Flusspferd Poppäa sogar 53: Weil vor dem Circus-Krone-Gastspiel Proteste erwartet werden, soll ein Offener Brief an OB Putz zeigen, wie gut es den Tieren geht und wie alt sie werden

Nashorn Tsavo ist schon 40 und Flusspferd Poppäa sogar 53: Weil vor dem Circus-Krone-Gastspiel Proteste erwartet werden, soll ein Offener Brief an OB Putz zeigen, wie gut es den Tieren geht und wie alt sie werden

Da darf man auch als Oberbürgermeister mal kurz staunen, ein solches Schreiben bekommt Alexander Putz (vermutlich) nicht jeden Tag. Im Vorfeld des Gastspiels des Circus Krone im Juni in Landshut hat das Aktionsbündnis “Tiere gehören zum Circus” in Erwartung der Proteste von Tierschützern quasi präventiv einen sehr ausführlichen Offenen Brief an den Rathaus-Chef  sowie die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen geschickt, in dem – um es stark verkürzt zu sagen – dargelegt wird, wie gut es den Tieren im Circus Krone gehe. U.a. werden diverse tierische Senioren aufgelistet, die derzeit im Circus Krone lebten: die Löwin Jan mit 26 Jahren, die Asiatische Elefantenkuh Mala mit 50 Jahren, das Flusspferd Poppäa mit 53 Jahren und das Breitmaulnashorn Tsavo mit 40 Jahren.

Hier weitere wesentliche Teile des Offenen Briefs:

Sehr geehrter Herr Putz,





vom 09.06.2017 bis zum 18.06.2017 gastiert Circus Krone, der größte Circus Europas, in Landshut. Wir bedanken uns ausdrücklich dafür, dass Sie es dem Circus Krone ermöglicht haben, seine Zelte in Landshut aufzubauen. Den Bürgern Ihrer Stadt haben Sie dadurch die Gelegenheit gegeben, in den nächsten Wochen einen der bedeutendsten und vorbildlichsten Tiercircusse Europas zu erleben. Da wir wissen, dass fanatische Tierrechtler das bevorstehende Gastspiel nutzen werden, um den Circus Krone mit haltlosen Vorwürfen zu überziehen und dessen Tierhaltung in einem falschen Licht erscheinen zu lassen, möchten wir uns als Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ mit dem vorliegenden Brief an Sie wenden.

Zunächst möchten wir uns kurz vorstellen. Wir sind eine Gruppe biologisch interessierter Circusliebhaber, die mit viel Herzblut und selbstverständlich ohne finanzielle Unterstützung durch die Circusunternehmen versuchen, einen Beitrag zur Erhaltung des klassischen Circus mit Tieren zu leisten. Das Aktionsbündnis gehört zu der “Gesellschaft der Circusfreunde e. V.”, die mittlerweile mehr als 2.000 Mitglieder in ganz Deutschland umfasst und jeden Monat eine weltweit anerkannte Fachzeitschrift herausgibt. Zudem pflegen wir einen guten Kontakt zu renommierten Wissenschaftlern, die sich mit dem Thema „Tiere im Circus“ ausführlich beschäftigt haben.

Circus Krone betreibt heute für das Wohlergehen seiner Tiere einen enormen personellen, materiellen, logistischen und finanziellen Aufwand. Im Einzelnen möchten wir Sie auf die folgenden Punkte hinweisen:

• Allen Krone-Tieren stehen in jeder Gastspielstadt großzügige Freigehege zur Verfügung. Hinzu kommt, dass den Tieren vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden (z.B. Sandbad, Scheuerbaum und frischer Laubschnitt für die Elefanten, Kratzbäume für die Raubkatzen usw.). Die Seelöwen können sich in einem sehr großen Wasserbecken aufhalten. Besonders bemerkenswert ist der Pferdestall, mit dem Krone neue Maßstäbe für die Pferdehaltung im Circus setzte. Für jedes Pferd gibt es eine sehr geräumige Box mit Innen- und Außenbereich. Zudem wird den Tieren direkter Körperkontakt zueinander ermöglicht. Im letzten Jahr hat Circus Krone für seine Pferde sogar eine mobile Führ-Anlage angeschafft. Mit der Haltung seiner Tiere übertrifft Circus Krone die gesetzlichen Vorgaben bei weitem.

• In Städten mit kleinen Messe-/ Festplätzen mietet Circus Krone einen weiteren Platz (oder mehrere weitere Plätze) an, um dort sein technische Material abzustellen. Das gibt dem Circus die Möglichkeit, auch in Städten mit ungünstigen Platzverhältnissen alle Freigehege in voller Größe aufzubauen.

• Circus Krone besitzt seit kurzem ein zweites Elefantenstallzelt. Am letzten Tag jedes Gastspiels wird dieses Zelt am nächsten Gastspielort aufgebaut. Wenn die Elefanten dann (nach kurzem Transport) in der neuen Stadt ankommen, können sie das bereits aufgebaute Zelt sofort, also ohne Wartezeiten, beziehen. Der Einsatz des zusätzlichen Elefantenzelts macht also das Reisen von Stadt zu Stadt noch tierfreundlicher.

• Alle Tiere des Circus Krone befinden sich in einem hervorragenden Pflege- und Ernährungszustand.

• Der gute Zustand der Krone-Tiere ist nicht zuletzt auf die tiermedizinische Betreuung durch die renommierte Wildtierexpertin Dr. Christine Lendl und den Pferdeexperten Dr. Claudius Krieg zurückzuführen. Für das Wohl der Krone-Pferde ist außerdem der orthopädische Hufschmied Michael Bauer zuständig.

• Die Tiere im Circus Krone erreichen fast regelmäßig ein hohes bzw. sehr hohes Alter. Ein hohes durchschnittliches Sterbealter gilt in der Tiermedizin als deutlicher Hinweis für gute Lebensbedingungen.

• Auch für die Tiere, die aus Altersgründen nicht mehr auftreten können, wird im Circus Krone bestens gesorgt. So verbringen alte Pferde und Ponys ihren Lebensabend im betriebseigenen Gestüt Wessling in der Nähe von München.

• In Anbetracht dieser vorbildlichen Verhältnisse ist es nicht verwunderlich, dass der Circus Krone in den letzten Jahren unzählige positive Beurteilungen von den kontrollierenden Amtstierärzten bekommen hat. Die (Wild)-Tierhaltung des Circus Krone bewegt sich heute auf dem gleichen Niveau wie in einem gut geführten zoologischen Garten. Es ist ein Gebot der Fairness, dass die Politiker und die Medien dies endlich zur Kenntnis nehmen und entsprechend würdigen.

(…)

Von der Stimmigkeit unserer Argumente können sie sich (…) selbst überzeugen. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Tierlehrer des Circus Krone, die Ihnen gerne Rede und Antwort stehen. Auch wir stehen Ihnen jederzeit zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Candidus (Kirchheimbolanden) 

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

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