Westtangente: OB Putz nennt Kosten von 30 bis 35 Mio. für den innerstädtischen Teil “sehr realistisch” – Verlängerung bis Altfraunhofen liege bei weiteren 40 bis 45 Mio.

Westtangente: OB Putz nennt Kosten von 30 bis 35 Mio. für den innerstädtischen Teil  “sehr realistisch” – Verlängerung bis Altfraunhofen liege bei weiteren 40 bis 45 Mio.

Die Westtangente ist mit der Wahl von OB Alexander Putz als Top-Thema in die Landshuter Kommunalpolitik zurückgekehrt. Zwei Bürgerbegehren für bzw. gegen die neue Straße wurden seit Jahresbeginn ins Leben gerufen, und am Freitag kam das Tangenten-Thema im Bausenat zwar als letzter Tagesordnungspunkt dran, sorgte dann aber für eine sehr lebendige Debatte, die den dringenden Eindruck erweckte, als seien die Stadträte mit Blick auf den avisierten Bürgerentscheid-Tag 24. September mindestens so motiviert wie die Bürger – und in der Sache mindestens so zerstritten.

Grund für die Behandlung der Westtangente war ein Fragenkatalog der ÖDP, die aktuelle Informationen u.a. über Kosten und verkehrliche Auswirkungen begehrte. Tiefbauamtsleiter Gerhard Anger gab die pflichtschuldigen, allgemeinen Antworten (mögliche Förderquote „zwischen 40 und 80 Prozent“) – und der OB sodann die wirklich interessanten Statements, unterfüttert durch konkrete Zahlen und vitalisiert von der Energie des Tangenten-Fans. Für den innerstädtischen Teil der Westtangente nannte Putz Kosten von 30 bis 35 Millionen, für eine mögliche Verlängerung über die B 11 hinaus im Landkreis bis Altfraunhofen 40 bis 45 Millionen – auf der Basis eines aktuellen Gesprächs mit Manfred Dreier vom Staatlichen Bauamt.

Würde summa summa 70 bis 80 Millionen ergeben. Diese Hausnummer bezeichnete der OB als „sehr realistisch“, eine bis dato genannte Summe von 124 Millionen Euro sei „sehr über das Ziel hinausgeschossen“, darin sei er sich mit Dreier einig. Interessant auch dieser Beitrag von Putz: Natürlich sei eine in den Landkreis verlängerte Trasse besser – aber auch eine kurze Westtangente bis zur B 11 bringe einen „volkswirtschaftlichen Nutzen von 5 Millionen Euro im Jahr“, das könne er „jederzeit belegen“, verkündete der OB.





Es entspann sich ein mit offenem rhetorischem Visier geführter Streit. Die Tangenten- Gegner Elke März-Granda (ÖDP) und Stefan Gruber (Grüne) attackierten die neue Straße bzw. ihre Unterstützer. März-Granda sprach von einem „Pseudo-Bürgerbegehren“ pro Westtangente, Gruber bezweifelte deren verkehrsentlastende Wirkung in der prognostizierten Form. Daraufhin ging Bernd Friedrich (BfL) „fast der Hut hoch“, er verwahrte sich gegen die „Ideologie“ der Grünen. Und Erwin Schneck (FW) kanzelte März-Granda mit dem Hinweis ab, sie hätte sich den Fragenkatalog sparen können, wenn sie vorhandene Unterlagen zum Thema Westtangente studiert hätte: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!“

Nach einer Stunde Hin und Her, in der Alexander Putz (Bild) als sitzungsleitender OB gefühlt seinen bisherigen High Score in Sachen Genervtheit erreichte, hatten beide Seiten vorerst genug voneinander. Man nahm Kenntnis vom Bericht der Verwaltung – und blickt nun einem halben Jahr Dauerwahlkampf in Sachen Westtangente entgegen.

Michael Stolzenberg

Kategorien: Aktuell, Meinung, Politik

Kommentare

  1. Manfred Martin Drescher
    Manfred Martin Drescher 1 April, 2017, 21:40

    Würde mich schon interessieren wie Herr Putz einen Vokswirtschaftlichen Nutzen einer Straße, die schon keinen verkehrstechnische Nutzen hat, errechnen will. Ich dachte er ist Ingeneur aber sicher kein Volkswirt.
    Ich denke, die Zerstörung von Schöpfung, Kulturlandschaft und Naherholungsgebiet würde unsere Volkswirtschaft eher Nachteile einbringen!
    Manfred Martin Drescher

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