Ziegelbau statt Container und ein anderes Dach: Massiver Neubau auf dem JVA-Gelände bringt Stadtrat und Verwaltung auf die Palme

Ziegelbau statt Container und ein anderes Dach: Massiver Neubau auf dem JVA-Gelände bringt Stadtrat und Verwaltung auf die Palme

Empörung, Wut und harte Worte im Bausenat: Nach einem Dringlichkeitsantrag von Grünen-Fraktionschef Stefan Gruber kam das Thema Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der alten JVA kurzfristig auf die Tagesordnung, und in der Debatte machten Stadträte und Verwaltungsspitzen ihrem Ärger auf das Staatliche Bauamt gewaltig Luft. Dass dieses anstelle der ursprünglich geplanten Container jetzt einen eher massiven Bau mit Ziegelmodulen errichtet, der inzwischen hinter den hohen Gefängnismauern an der Wittstraße deutlich in Erscheinung tritt (Bild) und zudem ein Sattel- und kein Flachdach draufsetzen will, wurde als unerträglicher Affront gewertet.

Eine Kostprobe der Wortbeiträge: „Ich fühle mich über den Tisch gezogen“, sagte BfL- Stadtrat Bernd Friedrich. Vor das denkmalgeschützte alte Gefängnis „so ein Monstrum“ hinzustellen (Friedrich), bedeute, dass hier „staatlich schwarz gebaut“ werde, befand SPD-Kollege Gerd Steinberger. Grünen-Chef Gruber echauffierte sich darüber, dass diese Vorgehensweise „Unfrieden“ schaffe, mehr noch: „Damit provoziert man eine Ablehnung der Flüchtlingsunterkunft. Vielen Dank, Freistaat Bayern!“

Auch Rechtsreferent Harald Hohn, sonst eher nicht für einseitige Stellungnahmen und harsche Wortwahl bekannt, fuhr kurz aus seiner Haut: Wenn jemand sage, er fühle sich hier „aufs Kreuz gelegt“, könne man „nicht widersprechen“. OB Alexander Putz, der seine erste Sitzung leitete, äußerte sich vergleichsweise defensiv, aber doch unzweideutig: Bei Vokabeln wie „etwas hanebüchen“, „befremdlich“ oder „problematische Argumentation“ wusste jeder, was der OB vom Vorgehen des Staatlichen Bauamts hielt.





Doch nach Lage der Dinge hat die Behörde schlicht bauliche Tatsachen geschaffen. Den bereits stehenden Ziegelbau wird man kaum mehr abreißen; allenfalls beim noch nicht draufgesattelten Dach könnten Gespräche noch Sinn machen. Im Plenum am 10. Februar soll das Thema noch einmal ausführlich auf den Tisch kommen – mal sehen, ob die Emotionen bis dahin runtergekocht sind oder sich eher noch steigern.

Kategorien: Aktuell, Nachrichten

Kommentare

  1. stony
    stony 27 Januar, 2017, 15:48

    Die übliche Schweinerei im Landshuter Bauwesen: das Denkmalamt blockiert vernünftige Bauvorhaben (hier durch die völlig unsinnige Unterschutzstellung des alten Gefängnisses). Anschließend macht der Bauherr, was er will. Konsequenzen: keine. Die Ziegel-”module” im Gefängnishof sind de facto Schwarzbauten und gehören abgerissen. Punkt.

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